Leitende Theologen aus dem Elbe-Weser-Raum besuchen Israel

Nachricht 14. April 2009

Landessuperintendent Manfred Horch reiste mit Superintendenten aus dem Sprengel Stade ins Heilige Land

Stade/Elbe-Weser-Raum. Ein Woche lang war eine Gruppe leitender Geistliche im Nahen Osten unterwegs. Gemeinsam mit Landessuperintendent Manfred Horch (Stade) bereisten die beiden Superintendentinnen der Kirchenkreise Bremerhaven und Cuxhaven, Susanne Wendorf- von Blumröder und Almuth von der Recke mit ihren Kollegen Dr. Helmut Blanke (Buxtehude), Wilhelm Helmers (Bremervörde-Zeven) sowie Dieter Rathing (Verden) das Heilige Land, um sich vor Ort ein Bild über die aktuelle Lage in Israel zu machen.



„Wir kommen mit vielfältigen Eindrücken zurück“, so Blanke, der die Reise organisiert hatte. „Je länger der Besuch dauerte und je mehr Gespräche wir mit Juden, Moslems und Christen führten, desto deutlicher wurde: Es gibt keine einfache Lösung für die vielfältigen Probleme der Region.“ Zum Besuchsprogramm gehörten neben Gesprächen mit der deutschen Gemeinde in Jerusalem der Besuch von palästinensischen Christen in Bethlehem und der Austausch mit einem Politiker der Fatah-Bewegung, aber auch ein Vormittag in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sowie Begegnungen mit Menschen jüdischen Glaubens.



„Die Mauer, die die jüdische Bevölkerung vor palästinensischen Terror-Anschlägen schützen soll, hat uns besonders ratlos gemacht“ so Blanke weiter. Denn einerseits sei ein Schutz gegen den Terror verständlich, andererseits aber rufe die Mauer auch neue Aggressionen und Leid hervor. „In dieser sehr verfahrenen politischen Situation ist es wichtig einzelne Lichtblicke zu haben, an denen ein künftiges friedliches Zusammenleben der verschiedenen Religionen schon heute gelebt wird.“



So besuchte die Theologen-Gruppe u.a. die Talitha Kumi-Schule in Bethlehem. In dieses Schulzentrum gehen Mädchen und Jungen sowohl aus jüdischen, muslimischen wie auch aus christlichen Familien. Träger der Bildungseinrichtung ist das Berliner Missionswerk, die palästinensische Erziehungsbehörde bestimmt den Lehrplan und die christlich orientierte Schulgemeinschaft setzt sich für eine Verständigung aller Religionen ein. Mit der „Abrahams Herberge“ stand ein weiteres Zentrum der interreligiösen Verständigung im Mittelpunkt des Interesses. Auch in diesem Begegnungszentrum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene steht an erster Stelle die fruchtbare Zusammenarbeit der unterschiedlichen Religions- und Volksgruppen. „Diese Bildungs- und Kinderarbeit vor Ort hat uns Mut gemacht, dass es Ansätze für Verständigung und Frieden gibt“.



Nach Aufenthalten in Jerusalem und Bethlehem reiste die Gruppe weiter an das Tote Meer zu den Höhlen von Qumran und der Bergfestung Massada. Auch ein Besuch des galiläischen Hochlandes mit dem See Genezareth, den Ausgrabungen in Kapernaum und den Hafenstädten Haifa und Akko fehlte nicht. „Nach der spannungsgeladenen Atmosphäre in Jerusalem ist die ländliche Idylle rund um den See Genezareth eine weitere Facette in diesem so widersprüchlichen Land“, so der Buxtehuder Superintendent zum Abschluss der Reise.





Sonja Domröse

Pastorin und Kommunikationsmanagerin

E-Mail: Oeffentlichkeitsarbeit.Stade@evlka.de

Internet: www.sprengel-stade.de

8./13.4.2009