Was sollen Geistliche im Gottesdienst tragen?

Nachricht 14. April 2009

Hannover (idea) – Farbe zieht auch in die Gottesdienstkleidung evangelischer Geistlicher ein; neben dem traditionell schwarzen Talar gibt es etwa weiße Gewänder (Alben) und verschieden farbige Stolen.



Doch bei aller Buntheit legt die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann ein Plädoyer für den schwarzen Talar mit weißem Beffchen ab. Hinter dieser Kleidung trete die Person zurück. „Es ist nicht der Pastor oder die Pastorin, die auf der Kanzel der Gemeinde gegenübertreten, es ist das Wort Gottes, das verkündigt werden will“, schreibt sie in der in Gütersloh erscheinenden Zeitschrift für Gottesdienst und Predigt (Ausgabe Pfingsten/Trinitatis).



Landesbischöfin Käßmann: „Beim Predigen soll die Gemeinde nicht dadurch abgelenkt werden, ob die Stola ‚hübsch’ ist oder nicht, der Rock zu kurz oder lang, der Mensch dick oder dünn, sondern ums Hören geht es.“ Deshalb befürworte sie auch einen schwarzen Talar für Prädikantinnen und Prädikanten (Laienprediger). Der schwarze Talar habe zudem eine besondere Ästhetik. Schwarz gelte nicht umsonst als eine „edle Farbe“ für festliche Anlässe. Zudem sei ihr ästhetisches Empfinden „durchaus angefragt“, wenn sie „einen Kollegen mit Albe und grüner Stola sehe, darunter aber braune Cordhose und Birkenstocksandalen“.



Wie die Landesbischöfin weiter schreibt, habe sich bei der Gottesdienstkleidung inzwischen ein „typisch protestantisches fröhliches Durcheinander“ entwickelt. Einige Landeskirchen erlaubten Alben, andere nicht, wieder andere nur unter bestimmten Bedingungen. Die einen befürworteten das Tragen einer Stola mit Beffchen, andere seien dagegen, wieder andere ließen eine Stola nur zu, wenn sie zu einer Albe getragen werde. Manche sagten, dass Stolen farblich zum Kirchenjahr passen müssten, andere fänden eine Regenbogenstola passend zur Fröhlichkeit des Evangeliums.



In der hannoverschen Landeskirche gelte: „Zu besonderen Anlässen, nicht aber als Regel, ist auch die Stola zum schwarzen Talar möglich. Sie soll dem Kirchenjahr gemäße Farben haben und bei mehreren Talartragenden möglichst einheitlich sein.“ Freilich, so die Landesbischöfin, sei die Kleidung der Geistlichen gewiss kein Thema, mit dem die Kirche stehe oder falle.



13.4.2009

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