Kirchentag weist Kritik an Teilnehmer-Beiträgen zurück

Nachricht 09. April 2009

Bremen (epd). Die Organisatoren des Deutschen Evangelischen Kirchentages haben Medien-Kritik an den Teilnehmerbeiträgen für ehrenamtlich Mitwirkende der kommenden Großveranstaltung in Bremen zurückgewiesen. Ohne dieses Geld könne das Protestantentreffen in der gewohnten Dimension gar nicht stattfinden, sagte Kirchentags-Sprecherin Katja Tamchina am Donnerstag dem epd. Die Tageszeitung "taz" hatte in ihrer Donnerstagsausgabe kritisiert, dass Freiwillige für ihr Ehrenamt während des Kirchentages vom 20. bis 24. Mai auch noch Eintritt zahlen müssen.

Von den etwa 100.000 Dauerteilnehmern, die zum Kirchentag erwartet werden, sind Tamchina zufolge 35.000 Mitwirkende: "Sie singen in Bands und Chören mit oder beteiligen sich auf dem Markt der Möglichkeiten." Ihr Eintritt koste pro Kopf jeweils 24 Euro statt sonst 89 Euro. Sie engagierten sich meistens kurzzeitig, hätten mit ihrem Ticket aber Zugang zu mehr als 2.000 Einzelveranstaltungen während des fünftägigen Kirchentages. "Wenn wir auf den Beitrag verzichten, müssten wir die Preise bei Jugend- und Familienkarten erhöhen - und das wollen wir nicht", betonte Tamchina.

In vielen Fällen würden Organisationen oder Initiativen, die auf dem Kirchentag präsent seien, die Kosten für ihre Helfer übernehmen. Die etwa 4.500 Ehrenamtlichen aus der Pfadfinderjugend, die im Schichtdienst zu den Säulen der Kirchentags-Organisation gehörten, würden für Unterkunft, Verpflegung und Eintritt nichts zahlen. Auch Gagen gebe es nicht. Sponsoren finanzierten die Auftritte prominenter Künstler wie des Rappers Thomas D. und der Kölner A-cappella-Gruppe "Wise Guys".

Wenn jemand den reduzierten Teilnehmerbeitrag nicht zahlen könne, "dann finden wir eine christliche Lösung", ergänzte Tamchina. Der Haushalt für den Kirchentag in Bremen hat den Angaben zufolge ein Volumen von knapp 14 Millionen Euro. 7,5 Millionen Euro steuern Stadt und Land Bremen bei, eine knappe Million bezahlt die gastgebende Bremische Evangelische Kirche. Der Rest setze sich zusammen aus Sponsoring, Teilnehmer- und Mitwirkendenbeiträgen, hieß es.

epd-lnb sel mir / 9.4.2009
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