Ostern - Termin wurde im Jahre 325 festgelegt

Nachricht 07. April 2009

Das Fest der Auferstehung Christi hat in der Christenheit einen Namen jüdischer und einen heidnischer Herkunft. Der ältere ist „Pascha“ – benannt nach dem jüdischen Passa-Fest. Der jüngere Name „Ostern“ geht auf das germanische „Austro“ zurück. Die immer wieder behauptete Ableitung dieses Namens von einer angelsächsischen Göttin des Frühlings „Eostre“ ist nicht sicher. Vielleicht ist das altgermanische „Austro“ auch von „Aust“ = Ost abzuleiten.

Ursprünglich wurde Ostern übrigens an jedem Sonntag gefeiert als dem „Herrentag“, dem Tag der Auferstehung Christi. Der Ausgangspunkt des heutigen Osterfestes, das ab dem zweiten Jahrhundert gefeiert wurde, ist aber das christliche Passa-Fest, an dem ein jährlich wiederkehrendes Gedächtnis von Kreuz und Auferstehung Christi begangen wurde. Die hieraus erwachsene Osterfeier ist als Ursprung des Kirchenjahres anzusehen. Als Termin für dieses Osterfest wurde nach langen und heftigen Auseinandersetzungen durch das Konzil von Nicäa im Jahre 325 der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgelegt. Daraus folgt, dass Ostern frühestens am 22. März, spätestens aber am 25. April gefeiert wird.

Mit dem Osterfest verbinden sich bis heute zahlreiche Bräuche, die zum Teil heidnischen Ursprungs sind. Das nimmt man etwa auch für die Osterfeuer an, die auf germanische Frühlingsfeuer zurückgehen sollen. Entsprechendes schließt man aus einem Brief des Papstes Zacharias an Bonifatius aus dem Jahre 751. Für eine feste Osterfeuer-Tradition gibt es erst seit dem 15. Jahrhundert Belege. Am geweihten Osterfeuer wurde auch die Osterkerze entzündet.

Was die Ostereier angeht, so ist die kirchliche Weihe derselben im Rahmen der österlichen Speisenweihe erstmals für das 12. Jahrhundert bezeugt. Aus dem 17. Jahrhundert stammen die ersten Nachweise, dass man Ostereier im Freien versteckte, sie durch Kinder suchen ließ und diesen erzählte, der Osterhase habe sie gelegt. Hinsichtlich der Osterhasen lässt sich belegen, dass es früher das Privileg gab, zu Ostern Hasen zu jagen. Es ist möglich, dass solche Bräuche in scherzhafte Verbindung zu den Ostereiern gebracht wurden und dann die Geschichte von dem eierlegenden Osterhasen entstand.

Die Herleitung des Osterlammes ist hingegen unzweifelhaft. So wurde zum jüdischen Passa-Fest nach 2. Mose 12,3 ff ein Lamm verzehrt. Barockes Erbe sind schließlich die auch heute noch im katholischen Alpenraum begegnenden Oster-Ritte um die Felder mit dem Pfarrherrn an der Spitze, die segnenden Charakter haben.

(Aus „ 1x1 des Kirchenjahres“ von Jörg Buchna, Norden)


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Halte diese österliche Freude
Ostergebet

Lieber Vater im Himmel,
es gibt so vieles,
über das wir uns
zu Ostern freuen können:
Über die Ostereier,
über die Osterhasen,
über die Osterlämmer,
über die Osterfeuer,
über die Osterglocken.

Es ist schön, Vater im Himmel,
dass es zu Ostern
all dies für uns gibt.
Noch viel schöner aber ist es,
dass wir uns zu Ostern
darüber freuen können,
dass dein Sohn, Jesus Christus, lebt.
Weil er lebt,
dürfen wir alle Hoffnung haben,
dass er uns nahe ist,
heute und bis ans Ende aller Tage.

Lieber Vater, halte diese österliche Freude,
dass dein Sohn uns nahe ist,
in uns lebendig, damit wir alle
Leuchtfeuer der Hoffnung sind,
die anderen Menschen den Weg
zu dir und deiner Liebe weisen.

Jörg Buchna