Palmsonntag und Karwoche

Nachricht 02. April 2009

Am letzten Sonntag vor Ostern, dem Palmsonntag (5. April), erinnern evangelische und katholische Christen an den Einzug Jesu in Jerusalem, mit dem sein Leidensweg begann. Den Berichten der Evangelien zufolge ritt Jesus auf einem Esel in die Stadt hinein und wurde vom Volk als Friedenskönig jubelnd empfangen.



Palmsonntag ist zugleich Beginn der Karwoche, in der Christen des Leidens und Sterbens Jesu am Kreuz gedenken und sich auf Ostern vorbereiten, das älteste und höchste Fest der Christenheit.



Bei seinem Empfang in Jerusalem breiteten die Menschen nach biblischer Darstellung ihre Kleider vor ihm aus und streuten grüne Zweige - dem Johannesevangelium zufolge Palmzweige - auf den Weg, daher die Bezeichnung Palmarum (Sonntag der Palmen). Der Name Palmsonntag tauchte zuerst um 600 nach Christus in Spanien und Gallien auf. Palmprozessionen gab es aber zunächst nicht.



Dramatisch-liturgische Nachahmungen des Einzugs Jesu in Jerusalem sind vom 8. Jahrhundert an überliefert. Dabei wurden statt der Palmzweige auch andere grüne oder blühende Zweige verwendet. Während in der katholischen Kirche am Palmsonntag heute noch vor der Messe feierliche Prozessionen stattfinden und Zweige geweiht werden, kennt die evangelische Kirche solche Einzugsfeiern in der Regel nicht.



Traditionell beliebt ist in einigen Regionen jedoch der Palmsonntag als Konfirmationstag, an dem die Konfirmanden mit grünen Zweigen in die Kirche einziehen.



epd-lnb bas mir / 2.4.2009

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In der Karwoche gedenken Christen des Leidens und Sterbens Jesu am Kreuz. Die Karwoche ist zugleich die Vorbereitung auf Ostern, das älteste und höchste Fest der Christenheit. Die wichtigste Woche des Kirchenjahres beginnt am Palmsonntag (5. April). Am Gründonnerstag, am Vorabend des Karfreitags, wird in Abendmahlsgottesdiensten an das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern vor seinem Tod erinnert. Kontrast dazu ist die Osternacht, in der die Christen die Auferstehung Jesu von den Toten feiern.



Dem Neuen Testament zufolge verbrachte Jesus die Nacht zum Karfreitag in Todesangst, während seine Jünger schliefen. Daran erinnert der Name Gründonnerstag, der sich nicht von der Farbe Grün ableitet, sondern vermutlich vom althochdeutschen "Grunen", dem "Greinen" oder Weinen. Auch die Bezeichnung der Karwoche stammt wohl aus dem Althochdeutschen. "Kara" bedeutet Klage, Trauer, die am Todestag Jesu (Karfreitag) im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht.



Der Karfreitag galt früher in einigen Regionen als höchster Feiertag vieler evangelischer Christen, weil die Reformatoren vor allem im Tod Jesu die Erlösung aus Sünde und Schuld sahen. In der katholischen und orthodoxen Kirche wird der Triumph der Auferstehung und der Sieg über den Tod an Ostern mit dem liturgisch festlichsten Gottesdienst des Jahres betont. Heute besteht in allen christlichen Konfessionen weitgehend Einigkeit darüber, dass Tod und Auferstehung Christi an Ostern unlösbar zusammengehören und als Ganzes gefeiert werden.



In vielen Kirchen werden am Karfreitag um 15 Uhr Gottesdienste gefeiert, der Tradition zufolge die Sterbestunde Jesu. Der anschließende Karsamstag erinnert an die Grablegung Jesu. Am ersten Tag nach Jesu Tod finden keine Gottesdienste statt. Nach altem Brauch werden Kerzen und Blumen von den Altären entfernt, bevor in der Osternacht der Sieg des Lebens über den Tod gefeiert wird.



epd-lnb bas mir / 3.4.2009

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Internet Tipp:



Auf www.evangelisch-in-niedersachsen.de finden Sie einen Text zur Passionszeit "Das Kreuz auf dem Müll"



>> http://ev-nds.ponton-lab.de/wiki/index.php/Passionszeit