NDRinfo: Zeitzeugen erinnern sich an den Wiederaufbau der Michaeliskirche

Nachricht 20. März 2009

Hildesheim. Am 22. März 1945 fielen Bomben auf die Hildesheimer Michaeliskirche – übrig blieb ein Ruinenstumpf. Die Stadt lag in Trümmern. Mit enormer Energie engagierte sich der Hildesheimer Gemeindepastor und spätere Stadtsuperintendent Kurt Degener für den Wiederaufbau der frühromanischen „Engelsburg“ auf dem Michaelishügel, die der kunstsinnige Bischof Bernward 1010 zu seiner Grablege bestimmt hatte.



Nur wenige Jahre nach der Zerstörung konnte in der evangelischen Kirche wieder Gottesdienst gefeiert werden. 1960 wurde sie offiziell eingeweiht. Heute zählt sie – mit dem benachbarten Dom, dem Domschatz, den bronzenen Bernwardstüren und der Christussäule – zum Weltkulturerbe der UNESCO. 2010 feiert nun die Michaeliskirche ihr tausendjähriges Jubiläum unter dem Motto „Gottes Engel weichen nie“.



Zeitzeugen, die in den Kriegs- und Nachkriegsjahren zur evangelischen Jugend um Pastor Degener gehörten, erinnern sich an den verheerenden Bombenangriff, an die Aufräumarbeiten in den Trümmern und den raschen Wiederaufbau der Kirche, der mit finanzieller Unterstützung des jüdischen Geschäftsmanns Bernard R. Armour aus Amerika möglich wurde: Eine jüdisch-christliche Begegnung unmittelbar im Anschluss an den Holocaust als Zeichen der Versöhnung.



Zu den prominentesten Zeugen zählen der ehemalige hannoversche Landesbischof und Abt des Klosters Loccum Horst Hirschler, seine Frau Ursula, der ehemalige Hildesheimer Landesuperintendent Walter Meyer-Roscher und Degeners Tochter Maria-Elisabeth, die den Wiederaufbau als Kind erlebt hat.



Ausgestrahlt wird die Sendung am: Sonntag, 22.03.09, 6.05 Uhr und 17. 05 Uhr, auf NDRinfo in der Reihe Lebenswelten.