Landesbischöfin würdigt erstes ostfriesisches Hospizhaus

Nachricht 19. Februar 2009

Leer (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat am Donnerstag in Leer das erste stationäre Hospiz für schwer kranke und sterbende Menschen in Ostfriesland gewürdigt. "Es ist eine Frage der Klugheit, sich mit dem eigenen Sterben zu befassen, denn es betrifft jeden und jede von uns", sagte die evangelische Theologin bei einem Besuch des Hauses. Das "Hospizhuus Leer" hatte bereits am 1. Februar seine Arbeit aufgenommen.

"In der Gesellschaft herrscht gegenwärtig geradezu eine Panik davor, über den Tod zu sprechen", kritisierte Käßmann. Viele sterbende Menschen würden von ihren Angehörigen in Krankenhäuser oder Heime abgeschoben. Ein Hospiz hingegen hole sie wieder zurück in die Mitte der Gesellschaft. Dort bleibe ihre Würde trotz aller Einschränkung gewahrt.

Bisher hat das Hospizhaus fünf unheilbar kranke Bewohner aufgenommen, sagte die Leiterin und Initiatorin Gretel Bluhm-Janssen. Drei von ihnen seien bereits gestorben. In der Bevölkerung stoße das Haus auf großes Interesse. Bei einem Tag der offenen Tür hätten rund 5.000 Menschen das neue Hospiz besucht. Der 3,3 Millionen teuere Bau verfügt Bluhm-Janssen zufolge über acht besonders ausgestattete Zimmer zur Unterstützung schwerst kranker Menschen. Als Ort zum Trauern für Angehörige gebe es einen besonderen Raum der Stille.

Getragen wird das Haus von der Hospiz-Initiative Leer, dem Landkreis, dem lutherischen Kirchenkreis, dem evangelisch-reformierten Synodalverband, dem katholischen Dekanat sowie dem Kapitän und Reeder Alfred Hartmann. Darüber hinaus gebe es zahlreiche private Unterstützer, sagte Bluhm-Janssen. So habe etwa die Leiterin der Kunsthalle Emden für jedes Zimmer eine Reproduktion aus ihrer persönlichen Bildsammlung als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Internet: www.hospiz-ostfriesland.de

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19.2.2009
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