Ökumenischer Trauergottesdienst für verwaiste Eltern in Ostfriesland

Nachricht 19. Februar 2009

Aurich (epd). Zum siebten Mal wird in der Auricher Lamberti-Kirche in einem ökumenischen Gedenkgottesdienst für ganz Ostfriesland verstorbener Kinder gedacht. Unter dem Motto "Neue Wege gehen" seien alle trauernden Eltern, Geschwister, Verwandte und Bekannte eingeladen, sagte die Sprecherin der evangelisch-reformierten Kirchengemeinden in Ostfriesland, Präses Hilke Klüver, am Donnerstag in Aurich. Der Gottesdienst am 8. März ab 15 Uhr wird vom Ostfriesischen Kammerorchester begleitet. Im Kirchenjahr trägt der Sonntag den Namen "Reminiscere - Erinnere".

Der Verlust eines Kindes sei besonders schwer zu verkraften, sagte die Trauerbegleiterin Erna Campen von der Evangelischen Erwachsenenbildung in Aurich. Wenn Erwachsene oder Eltern stürben, sei das der "normale Weg der Dinge". Ein verlorenes Kind aber begleite die Eltern in Gedanken ein Leben lang. Darum seien auch Trauernde eingeladen, die ihr Kind im Erwachsenenalter verloren haben.

Die trauernde Mutter Jana Siebert berichtete, für sie sei die Gemeinschaft mit anderen Eltern wichtig, die ebenfalls ihr Kind verloren haben. Siebert verlor vor einigen Jahren ihre siebeneinhalb Monate alte Tochter durch plötzlichen Kindstod. Im Gedanken sei das Kind immer dabei, sagte sie: "Oft überlege ich, wie sie jetzt wohl aussähe." Der katholische Pfarrer Johannes Ehrenbrink betonte, dass viele trauernde Männer den Gottesdienst besuchten. "Hier können sie ihren Gefühlen Raum geben und auch weinen, ohne nach dem Grund gefragt zu werden."

Während des Gottesdienstes könnten die Eltern den Namen ihres Kindes auf einen Zettel schreiben und an einen Trauerbaum in der Kirche hängen, sagte Klüver. Anschließend werden die Namen laut vorgelesen. "Das ist der bewegendste Teil des Gottesdienstes." Nach der Feier bleibe die Kirche für Gespräche geöffnet.

epd-lnb jön mir
19.2.2009
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