Erstmals wieder Stundengebet im früheren Kloster Ihlow

Nachricht 13. Februar 2009

Ihlow/Kr. Aurich (epd). Erstmals seit der Reformationszeit sollen in der Klosterstätte Ihlow bei Aurich wieder die Stundengebete der Zisterzienser-Mönche erklingen. Unter der Anleitung des evangelisch-lutherischen Pastors Michael Stanke aus Wiesens könnten Teilnehmer des Seminars "Beten mit Leib und Seele" vom 20. bis 22. März die hymnischen Gebete und Psalmen erlernen, teilte der Geschäftsführer der Klosterstätte Ihlow, Oliver Vorwald, am Donnerstag mit. Anmeldungen sind im Internet unter www.kloster-ihlow.de möglich.

Nach der Reformation wurde das Kloster 1529 von einem Bruder des ostfriesischen Grafen Enno II. zerstört, um Platz für ein Jagdschloss zu schaffen. Außer den Grundmauern der Kirche ist nur der Altar erhalten, der heute in der Auricher Lamberti-Kirche steht. Derzeit wird Vorwald zufolge auf den Grundmauern eine 45 Meter hohe Holz-Stahl-Nachbildung der Kirchen-Umrisse errichtet. Unter dem ehemaligen Chor auf der Ebene der Fundamente können Besucher in einem "Raum der Spurensuche" die spirituelle und historische Geschichte des Kloster nachempfinden.

Das Zisterzienser-Kloster Ihlow wurde Experten zufolge 1228 unter dem Namen "Schola Dei - Schule Gottes" vom Erzbischof von Bremen-Hamburg, Gerhard II. zur Lippe, südlich von Aurich gegründet. Die Klosterkirche war mit ihren für damalige Verhältnisse gewaltigen Ausmaßen von 68 Metern Länge und 34 Metern Breite die größte Kirche zwischen Bremen und Groningen in den heutigen Niederlanden. Als größtes der 28 Klöster in Ostfriesland war es politisch sehr einflussreich und diente als Archiv und Kanzlei der gesamtfriesischen Bewegung, der "Friesischen Freiheit". Alle wichtigen Rechtsurkunden wurden hier aufbewahrt.

Internet: www.kloster-ihlow.de


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13.2.2009
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