Kirche wird zum Paradiesgarten: Umbau hat begonnen

Nachricht 30. Januar 2009

Hannover (epd). In der hannoverschen Christuskirche hat der Umbau des Kircheninneren zu einem Paradiesgarten begonnen. Die Bänke und eine kleine Orgel wurden aus dem Kirchenschiff entfernt, sagte Kirchensprecher Stefan Heinze am Freitag dem epd. Das evangelische Gotteshaus soll in den kommenden Wochen üppig mit orientalischen Bäumen und Stäuchern bepflanzt werden und vom 12. April bis zum 4. Oktober für Besucher geöffnet sein. Die Kirche beteiligt sich damit am Projekt "Gartenregion" der Region Hannover.



"Der Garten ist aus christlicher Sicht ein Ort der Gottesbegegnung", sagte Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann, die zu einer Andacht in der leeren Kirche eingeladen hatte. Sie erinnerte an den "Garten Eden" am Beginn der Bibel, der für die Sehnsucht nach dem Einssein mit der Schöpfung stehe, oder an den Garten Gethsemane in Jerusalem, in den sich Jesus kurz vor seiner Verhaftung zurückzog. Christliche Garten-Motive hätten vielfach die Kunst, Musik und Literatur geprägt. Kirchen stünden oft in kleinen Gärten, und Friedhöfe seien Gärten ganz eigener Art.



Beim Projekt "Garten.Eden.Kirche" soll in der Mitte der bepflanzten Christuskirche ein Kokon aus halbdurchsichtigem Nylon-Gewebe als "Raum der Wandlung" aufgespannt werden, der Platz für rund 200 Menschen bietet. Dort sollen ein Brunnen als "Quelle des Lebens" und ein Olivenbaum stehen. Die Hülle wird mit Lichtspielen beleuchtet, die Blumenelemente zeigen. Zudem sind vier Brunnen mit aufsteigendem Nebel geplant, in den Gesichter projiziert werden. Die Kosten des Projektes von 200.000 Euro werden zur Hälfte von der Region Hannover übernommen. Anlässlich der Expo 2000 war in Hannover bereits die evangelische Apostelkirche als "Garten Eden" gestaltet worden.



Die Region Hannover plant zum Gartenjahr 2009 insgesamt 700 Veranstaltungen in 21 Städten und Gemeinden. Die evangelische Kirche beteiligt sich daran mit insgesamt 70 Einzelprojekten. Die Christuskirche am Rand der Innenstadt wurde von 1859 bis 1864 vom hannoverschen Architekten Conrad Wilhelm Hase (1818-1902) als Residenzkirche König Georgs V. im neugotischen Backstein-Stil errichtet. Sie feiert 2009 ihr 150-jähriges Gründungsjubiläum.



Im Internet: Garten Eden Kirche




epd-lnb mig mir / 30.1.2009

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