Celler Superintendent lehnt mehr verkaufsoffene Sonntage ab

Nachricht 25. Januar 2009

Celle (epd). Der Celler Superintendent Hans-Georg Sundermann hat Vorschläge abgelehnt, die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage in Celle zu erhöhen. Es gebe gute Gründe, am besonderen Schutz des Sonntages festzuhalten, sagte Sundermann am Wochenende in Celle. "In sozialer, kultureller und religiöser Hinsicht spricht alles dafür, den Sonntag auch weiterhin als arbeits- und verkaufsfreien Tag in der Woche zu schützen." Der evangelische Theologe reagierte damit auf einen Vorstoß des Vereines "Ein-City-Management für Celle e.V.", der die bisherige Regelung von vier verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr erweitern möchte.

Sundermann sagte, wenn viele Menschen am Sonntag einkaufen wollten, müssten auch viele arbeiten. Der Druck auf die Familien nähme damit weiter zu: "Eine regelmäßige Sonntagsöffnung setzt früher oder später eine unheilvolle Spirale in Gang, die erst endet, wenn es nur noch Werktage gibt." Auch in wirschaftlicher Hinsicht sei eine regelmäßige Öffnung an einem Sonntag im Monat nicht vernünftig. Ein "Abnutzungseffekt" stelle sich sehr schnell ein.

Aufgrund der stetig steigenden Anforderungen im Beruf litten immer mehr Menschen unter einem Burn-Out-Syndrom, sagte Sundermann weiter. Diese Krankheit hänge auch damit zusammen, dass der heilsame Rhythmus von Arbeit und Ruhe zerstört werde: "Wenn die Gesellschaft diese besonderen Tage nicht mehr kennt, in denen nicht das Kaufen und Produzieren an erster Stelle stehen, wird sie selbst einem kollektiven Burn-Out-Syndrom unterliegen."

epd-lnb mil
25.1.2009
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