Landesbischöfin: Pastorinnen und Pastoren Schlüsselberuf der Kirche

Nachricht 19. Januar 2009

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat den Einsatz der Pastorinnen und Pastoren in der evangelisch-lutherischen Landeskirche gewürdigt. Nur in wenigen Berufen seien Amt und Person vergleichbar eng miteinander verknüpft. An die Pastoren werde neben beruflichen Anforderungen auch Erwartungen an die Lebensform gestellt. Dies sei ein hoher Anspruch, sagte Käßmann am Montag vor dem Pastoren-Ausschuss. Die Berufsvertretung der rund 2.000 Pastorinnen und Pastoren in der größten deutschen Landeskirche trat in Hannover zu ihrer konstituierenden Sitzung für die nächsten sechs Jahre Amtszeit zusammen.

"Wir sind eine Kirche der vielen Gaben, der vielen Berufungen, der Tätigkeit von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen", sagte die Bischöfin. Ihre Bedeutung solle nicht gemindert werde: "Und doch ist das Amt des Pastors, der Pastorin ein Schlüsselberuf." Sie habe oft erlebt, wie ein kreativer Pastor, der andere beteiligen könne, einer Gemeinde zum Aufbruch verhelfe. Es gebe aber auch das Problem der Überlastung durch wachsende Gemeindegrößen. Viele Pastoren hätten Schwierigkeiten, Privates und Dienstliches zu trennen.

Eine Umfrage habe jedoch gezeigt, dass die große Mehrheit von ihnen mit dem Beruf sehr zufrieden sei, sagte die Bischöfin. Dazu habe auch der Pastoren-Ausschuss beigetragen. In seiner konstituierenden Sitzung wählte das Gremium Pastor Burkhard Kindler aus Groß Lafferde bei Salzgitter zum neuen Vorsitzenden. Der 56-Jährige tritt die Nachfolge von Ruhestandspastor Herbert Dieckmann aus Hameln an.

Dieckmann warb in seiner Bilanz dafür, die Zahl der Pfarrstellen in den Gemeinden zu erhöhen. Das Gemeindepfarramt sei seit 1993 durch Stellenstreichungen abgewertet worden, sagte er. Doch nur die Ortsgemeinde erreiche über Gottesdienste, Gruppen und vor allem Amtshandlungen noch nahezu alle ihre Mitglieder.

epd-lnb mir mil /19.01.2009
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