Leitende Theologen für engere Kooperation von Diakonie und Kirche

Nachricht 18. Januar 2009

Bremen/Hannover (epd). Leitende Theologen aus den Bundesländern Bremen und Niedersachsen setzen sich für eine engere Zusammenarbeit zwischen Kirche und Diakonie ein. Kirchengemeinden und diakonische Unternehmen könnten sich perfekt ergänzen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Inneren Mission in Bremen, Pastor Uwe Mletzko, am Sonntag in Bremen. Der Geistliche Vizepräsident im hannoverschen Landeskirchenamt, Arend de Vries, schrieb in der am Sonntag erschienenen Evangelischen Zeitung, Diakonie sei Kirche und Kirche könne nicht ohne Diakonie sein.

Mletzko erläuterte: Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in den Gemeinden könnten rat- und hilfesuchende Menschen auf diakonische Hilfen aufmerksam machen und Unterstützung vermitteln. Das könne etwa bei Schulden, Sucht- und Eheproblemen passieren. Denkbar sei auch, dass die Kirchengemeinden in Orts- und Stadtteilen Räume bereit stellten, in denen beispielsweise professionelle Schuldnerberater der Inneren Mission Sprechstunden anbieten könnten.

Mit der Bedeutung ambulanter Hilfen nehme auch der Stellenwert wohn- und haushaltsnaher Dienstleistungen zu, sagte Mletzko. "Hier könnte in der Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden ein Seismograph für die Dienstleistungen entstehen, die nachgefragt werden, aber vielleicht nicht vorhanden sind."

De Vries verwies auf neue Strukturen in der hannoverschen Landeskirche, die eine Zusammenarbeit zwischen Diakonie und Kirche verstärken sollen: "Die vielen fachlich qualifizierten Mitarbeitenden in den Diakoniestationen, Krankenhäusern, Einrichtungen der Jugend-, der Alten- und der Behindertenhilfe, in der Sozialarbeit und den Beratungsstellen der Diakonie dürfen und sollen wissen, dass sie Kirche sind und im Namen der Kirche Dienst am Menschen tun."

In der niedersächsischen Diakonie gibt es rund 35.000 Beschäftigte, in Bremen sind es etwa 3.500. Sie arbeiten in Einrichtungen der Altenhilfe, der Wohnungslosenhilfe, bei Hilfen für psychisch kranke und geistig behinderte Menschen sowie in verschiedenen Beratungsstellen. Daneben bilden die Kirchen- und Kapellengemeinden etwa der hannoverschen und der bremischen Landeskirche ein dichtes Netz. Ihre Zahl beträgt zusammen rund 1.600, zu denen insgesamt weit mehr als drei Millionen Mitglieder gehören.

epd-lnb sel mir
18.1.2009
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