Flüchtlingsräte fordern Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Gaza-Streifen

Nachricht 15. Januar 2009

Hildesheim/ Kiel (epd). Flüchtlingsräte aus neun Bundesländern haben die Bundesregierung aufgefordert, umgehend palästinensische Flüchtlinge aus dem Gaza-Streifen in Deutschland aufzunehmen. Außerdem müsse sich der Bund für einen sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand in der Region einsetzen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Flüchtlingsräte von Donnerstag. Dazu gehörten auch eine Öffnung der Grenzen zum freien Geleit für Flüchtlinge sowie für Hilfs- und Krankentransporte.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz habe festgestellt, dass Verletzten wegen fehlender Garantien der Militärs kein ungefährdeter Zugang zu den Krankenhäusern mehr zugesichert werden könne, hieß es weiter. Nach Angaben von Medico International würden auch Ambulanzen oder UN-Gebäude, in die Menschen sich flüchteten, beschossen. Die wenigen Krankenhäuser und Gesundheitszentren seien mit dem kriegsbedingten Ansturm der Menschen völlig überlastet. Ohne Medikamente, Betten und Wundmaterial müssten die Verwundeten auf Klinikfluren und in Treppenhäusern sterben.

Für rund 1,6 Millionen Menschen gibt es den Flüchtlingsräten zufolge keinerlei "inländische Fluchtalternmative". Sowohl Israel als auch Ägypten riegelten die Grenzen hermetisch ab. Der Aufruf wurde von den Flüchtlingsräten in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein unterzeichnet.

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