Evangelische Kirche in Göttingen beteiligt sich am Nachbarschaftsprojekt Leineberg

Nachricht 10. Januar 2009

Die Stadt Göttingen erhält den Zuschlag für ein Kooperationsprojekt im Stadtteil Leineberg mit einem Bundeszuschuss von 150.000 Euro. Für das Konzept einer „generationenübergreifenden Nachbarschaftshilfe für den Stadtteil Leineberg“ hat die Kommune neben der Freien Altenarbeit Göttingen e.V. auch den evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Göttingen als Partner gewinnen können. Mit den beiden Kooperationspartnern hatte sich die Stadt beim Ideenwettbewerb „Freiwilligendienste aller Generationen“ beworben, den das Bundesministerium Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausgeschrieben hatte.

In den nächsten drei Jahren solle es darum gehen, das Gemeinschaftsgefühl auf dem Leineberg zu stärken, Nachbarschaftshilfe zu wecken und zu unterstützen, erklärte Dagmar Schlapeit-Beck, Sozialdezernentin der Stadt, in einem Pressegespräch am 9. Januar. Von rund 2850 Menschen in dem Stadtteil würden rund 30 Prozent über 60 Jahre alt sein, erläuterte Mirko Hönig von der städtischen Seniorenberatungsstelle. Ein Ziel des Projektes sei, dass ältere Menschen möglichst lange im Stadtteil wohnen bleiben können, so Schlapeit-Beck.

Die evangelisch-lutherische Kirche wird unter Berücksichtigung von Personalkosten rund 150.000 Euro beisteuern. Rund 30.000 Euro sind als Beitrag der Stadt vorgesehen. Das Projekt „Gut versorgt in jedem Alter“ startete am 1. Januar und soll sich vor allem durch seinen kooperativen und integrierenden Ansatz auszeichnen: „Wir wollen und können natürlich nicht an
den Leinebergern vorbei planen“, sagte Jörg Mannigel vom Diakonieverband im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Göttingen. Gedacht ist an eine Verzahnung von freiwilligem Engagement mit den hauptamtlichen Diensten. Das künftige Stadtteilbüro stimmt die Einsätze der Nachbarschaftshilfe mit den vorhandenen Betreuungs- und Hilfsdiensten ab. Neu ist hierbei eine Vernetzung der Träger nach dem Motto „Kooperation statt Konkurrenz,“ so Mannigel.

Eine aktivierende Befragung der Bevölkerung im Stadtteil unter Federführung von Professor Peter Alheit von der Freien Altenarbeit Göttingen sei für den März geplant, teilte Pastor Thomas Harms mit, der in diesem Projekt einen Arbeitsschwerpunkt haben wird. Der Theologe wird nach Auskunft des Kirchenkreises künftig neben seiner Gefängnisseelsorgerstelle auch im Diakonieverband tätig sein.

Als erste konkrete Vorhaben benannte Harms einen Mittagstisch für alle Generationen und ein Erzählcafé. Allerdings müsse die Standortfrage noch geklärt werden, so der Pastor. Die stellvertretende Superintendentin Dagmar Henze sagte, dass der Kirchenkreis stolz sei, ein „solch innovatives Projekt mit der Kompetenz des Diakonieverbandes mitgestalten zu dürfen.“ Für den Diakoniebeauftragten und evangelischen Pastor Martin Steinberg ist dieses Projekt eine Gelegenheit, „das diakonische Profil des Kirchenkreises weiter zu stärken.“

10. Januar 2009
Bernd Ranke
Informations- und Pressestelle
der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
im Sprengel Hildesheim-Göttingen

www.sprengel-hildesheim-goettingen.de