Celler Predigerseminar schließt mit Tagung

Nachricht 07. Januar 2009

Celle (epd). Die hannoversche Landeskirche hat künftig nur noch eine Ausbildungsstelle für ihre angehenden Pastorinnen und Pastoren. Das evangelische Predigerseminar in Celle schließt offiziell seine Türen. Zum Abschied am 10. und 11. Januar ist ein Seminar zum Thema "Von Gott reden in der Predigt" geplant, sagte Studienleiterin Alexandra Eimterbäumer am Mittwoch dem epd: "Wir wollen keine trauervolle Veranstaltung, sondern in den Mittelpunkt stellen, was die Arbeit hier ausgezeichnet hat." Die Landeskirche hatte 2006 beschlossen, aus Spargründen ihre Vikarsausbildung auf das Kloster Loccum bei Nienburg als einzig verbleibendem Predigerseminar zu konzentrieren.

Die Leiterin des Celler Predigerseminars, Studiendirektorin Nicola Wendebourg, wechselt ins hannoversche Landeskirchenamt und tritt Ende Mai die Nachfolge des Personaldezernenten für Pastorinnen und Pastoren, Georg-Ferdinand Berger, an. Von den 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die im normalen Betrieb zuletzt beschäftigt waren, haben vier noch keine neue Stelle gefunden. Eine weitere Mitarbeiterin hoffe auf eine Anstellung. "Wir bedauern die Einstellung des Seminars und die Situation der Mitarbeiter macht uns besonders traurig", sagte Eimterbäumer.

In die Räume des Predigerseminars werde zu Beginn nächsten Jahres ein neues gemeinsames Kirchenamt der evangelischen Kirchenkreise Celle, Soltau und Walsrode einziehen, sagte der Celler Superintendent Hans-Georg Sundermann. Ebenfalls im Zuge von kirchlichen Sparmaßnahmen schließen sich zu diesem Zeitpunkt die bisherigen drei Kirchenkreisämter zusammen. Das neue Kirchenamt soll Platz für rund 50 Mitarbeitende bieten.

Auch eine Außenstelle des evangelischen Amtes für Bau- und Kunstpflege und eine Diakonie-Sozialstation sollen dort angesiedelt werden. Die Bibliothek des Predigerseminares, die mit rund 62.000 Bänden nach eigenen Angaben die umfassendste moderne wissenschaftliche Bibliothek der Landeskirche ist, wird nach Loccum umziehen.

Ein Teil des Celler Gebäudes ist laut Sundermann bereits an die Stadt vermietet worden, die dort die Kantine und Nachmittagsbetreuung einer Grundschule untergebracht hat. Der Gebäudekomplex werde modernisiert und energietechnisch auf den neusten Stand gebracht. Die Landeskirche beteilige sich an den Kosten mit rund 360.000 Euro. Neuer Träger der Immobilie wird der Kirchenkreis Celle. Sie bleibe damit in kirchlicher Hand, sagte Sundermann. "Alles andere wäre auf großes Unverständnis gestoßen, nachdem in der Vergangenheit viel in die Baulichkeiten investiert wurde."

epd-lnb mir mil/7.1.2008
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen