Ansprache der Landesbischöfin auf dem Epiphaniasempfang in Loccum

Nachricht 06. Januar 2009

„Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“ (Lukas 18, 27)

Wer den Bibelvers liest, der uns in diesem Jahr als Losung begleitet, erhält auf den ersten Blick Mut und Zuversicht: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“ (Lukas 18, 27), das erinnert ja fast an die Werbung: „Nichts ist unmöglich!“

Eine Entlastung kann dieser Satz auch sein für so manchen Menschen in Politik und Wirtschaft, so manchen, der um den Arbeitsplatz, die Existenz bangt. Aber auch eine Mahnung, dass unser persönliches Handeln begrenzt ist, wir nicht „alles im Griff“ haben, sondern manches Mal auf Gottes Möglichkeiten angewiesen sind.


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Loccum/Kr. Nienburg (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat zu Wachsamkeit gegenüber "Krisengewinnlern" aufgerufen. Vertreter extremer Positionen und Ideologien dürften nicht zu schnellen Verführern werden, die die Demokratie schwächten, sagte Käßmann am Dienstag beim traditionellen "Epiphanias-Empfang" der hannoverschen Landeskirche im 1163 gegründeten Zisterzienser Kloster Loccum bei Nienburg vor rund 140 Gästen: "Wir alle, die wir Verantwortung tragen in Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Kirche, sind mitverantwortlich, in unsicheren Zeiten glasklar für die Demokratie einzutreten."

Mit Blick auf die Auswirkungen der Weltwirtschaftkrise Ende der 1920er Jahre, betonte die Bischöfin der größten evangelischen Landeskirche: "Wirtschaftskrisen dürfen die Demokratie nicht in Frage stellen, und die Kirchen tun gut daran, die Demokratie zu stärken." Sie sei in letzter Zeit öfter gefragt worden, ob die Kirche eine Gewinnerin der Krise sei, sagte Käßmann weiter. "Das finde ich einen absurden Gedanken." Die Kirche wolle nicht mit Ängsten auf Menschenfang gehen. "Unsere Kirche will Menschen durch den Glauben für die Herausforderungen der Welt stärken und den Blick auf die wirklich entscheidenden Fragen lenken."

Die Bischöfin sagte, sie wolle weder die Krise noch die Ängste der Deutschen kleinreden. Dennoch sei ihr eine gewisse Zuversicht wichtig. Andere Nationen müsssten Krisen ganz anderer Art bewältigen. Käßmann verwies auf den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern und an das Massaker im Kongo Ende Dezember, bei dem mehrere hundert Zivilisten getötet wurden.

epd-lnb mil mir / 6.1.2009
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