Zentralstelle für Hospizarbeit und Palliativversorgung beginnt Arbeit

Nachricht 02. Januar 2009

Hannover/Osnabrück (epd). Niedersachsen hat zur Weiterentwicklung der Hospizarbeit und der schmerzmedizinischen Versorgung von Palliativpatienten eine eigene zentrale Institution geschaffen. Die "Niedersächsische Koordinierungs- und Beratungsstelle für Hospizarbeit und Palliativversorgung" in Osnabrück werde am Montag ihre Arbeit aufnehmen, teilte das Sozialministerium am Freitag mit. "Wir treten dafür ein, dass Menschen an der Hand anderer sterben und nicht durch die Hand anderer. Sterben muss in Würde möglich sein", sagte Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU).

Mit finanzieller Unterstützung des Landes sind den Angaben zufolge bereits 28 Palliativstützpunkte entstanden, bei denen örtliche Einrichtungen und Initiativen der Hospizarbeit und Palliativversorgung zusammenarbeiten. Damit sei beinahe ein flächendeckendes Netz erreicht. Die neue Koordinierungsstelle soll die Landesregierung bei der weiteren Entwicklung beraten und den Aufbau von haupt- und ehrenamtlichen Initiativen unterstützen, hieß es. Sie soll zugleich Anlaufstelle für Menschen sein, die sich in der Betreuung von schwerstkranken und sterbenden Menschen engagieren. Das Beratungsbüro in Räumen des Landkreises Osnabrück wird unter der Telefonnummer 0541/501-8000 erreichbar sein.

In nächster Zeit wird es nach Angaben des Leiters der neuen Einrichtung, Professor Winfried Hardinghaus, vor allem darum gehen, eine besonders aufwendige Palliativversorgung auch ambulant zu ermöglichen. Per Gesetz sei bereits geregelt, dass speziell ausgebildete Ärzte und Schwestern Patienten auch in besonders schweren Fällen noch zu Hause versorgen könnten. Zwischen den Krankenkassen und den Palliativarbeitsgemeinschaften in Niedersachsen werde derzeit noch um die genaue Umsetzung und Finanzierung gerungen, sagte Hardinghaus. Er ist Chefarzt und Palliativmediziner in Ostercappeln bei Osnabrück.

Winfried Hardinghaus ist der Gründer von "Spes viva", einer Initiative für die Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden in Krankenhäusern. Dabei werden auf den normalen Stationen sogenannte Wohnzimmer für Angehörige mit Zugang zu den Patientenzimmern eingerichtet. 1994 führte er das Konzept, das auf der engen Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Schwestern, Krankengymnasten, Sozialarbeitern, Seelsorgern, Psychologen und Ehrenamtlichen beruht, erstmals im Krankenhaus St. Raphael in Ostercappeln ein. Mittlerweile arbeiten danach bundesweit zehn weitere Kliniken.

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2.1.2009
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