Trauerbegleiterin: Weihnachtstage bewusst gestalten

Nachricht 18. Dezember 2008

Gifhorn (epd). Rituale können nach Ansicht der Expertin Ina Hauer-Bock Trauernden dabei helfen, die Weihnachtszeit nach dem Verlust eines Menschen zu überstehen. So könnten sie etwa einen Zweig vom geschmückten Weihnachtsbaum abschneiden und ihn mitsamt einer Kerze und Schmuck an das Grab des Verstorbenen tragen. "Die Lücke im Baum verdeutlicht die Lücke, die der Mensch durch seinen Tod hinterlassen hat", sagte die Trauerbegleiterin des Diakonischen Werks in Gifhorn am Donnerstag.

Für die Bewältigung der Trauer gebe es jedoch kein Rezept, sagte Hauer-Bock: "So individuell wie wir Menschen, so individuell sind auch unsere Trauer und unser Umgang mit ihr." Die Kirchenkreissozialarbeiterin begleitet seit mehr als sechs Jahren Einzelne und Gruppen nach dem Verlust eines Angehörigen. Für viele sei es schon ab Oktober ein emotionales Thema, wie sie das Weihnachtsfest gestalten können, sagte sie. "Sie haben Angst, dass das Schwere noch einmal zunimmt und sich das Gefühl von Einsamkeit und Sehnsucht verstärkt."

Trauernde sollten sich in der Weihnachtszeit selbst bewusst etwas Gutes tun, rät Hauer-Bock. "Die Selbstfürsorge ist wichtig. Da ist ja nicht mehr der Partner, der mal eine Tasse Tee bringt." Hilfreich sei es auch, sich Menschen als Begleiter zu suchen. Die Trauernden müssten die für sie persönlich richtige Gestaltung des Weihnachtsfestes finden.

Die einen würden wegfahren und damit Weihnachten sozusagen vermeiden, erläuterte Hauer-Bock. Andere änderten etwas an der Gestaltung des Festes. Sie kauften etwa neue Christbaumkugeln, um nicht die zu verwenden, "die die geliebte Frau immer selbst aufgehängt hat". Wieder andere feierten verhalten im kleineren Rahmen und stellten etwa statt eines Christbaumes nur ein Gesteck auf.


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