Auf einen Blick (17.12.) – Zehntes Seniorenservicebüro / Altenhilfeverband: Neuer Vorstand / Lilienthal: Martins-Krankenhaus

Nachricht 17. Dezember 2008

Immer mehr Seniorenservicebüros in Niedersachsen

Hannover (epd). Als erstes Flächenland in Deutschland baut Niedersachsen nach Angaben des Sozialministeriums zurzeit für Senioren ein flächendeckendes Beratungs- und Dienstleistungsnetzwerk auf. In Hannover wurde am Dienstag offiziell das landesweit zehnte Seniorenservicebüro eröffnet. Es gehe darum, ein Netzwerk von ehrenamtlichen, nachbarschaftlichen und professionellen Anbietern zu schaffen, teilte das Ministerium mit. Im Vordergrund stehe dabei, die Unabhängigkeit älterer Menschen zu erhalten.

Bis 2012 solle in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt ein Seniorenservicebüro eingerichtet werden, hieß es. Der Service reiche von der Wohnberatung, über die Seniorenbegleitung und Haushaltsassistenz bis zum Freiwilligen Jahr für Senioren. Auch die Anbieter von Beratungs- und Unterstützungsleistungen seien willkommen.

Insgesamt würden im Jahr 2008 vorerst 16 Servicebüros gefördert, davon hätten zehn in den Landkreisen Celle, Göttingen, Grafschaft Bentheim, Holzminden, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Osterode und Wolfenbüttel sowie in der Stadt Wolfsburg und in Hannover offiziell eröffnet. Sie würden jeweils mit jährlich 40.000 Euro gefördert. In den kommenden Wochen sollen die Anlaufstellen in den Kreisen Diepholz, Emsland, Oldenburg, Rotenburg/Wümme, Verden und Wittmund starten. Für die Qualifizierung von Seniorenbegleitern erhalte jedes Büro 6.000 Euro im Jahr. Im Jahr 2009 werden zehn weitere Büros durch das Land gefördert.

Internet: www.generationendialog-niedersachsen.de


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Burkhard Budde ist neuer Vorstandsvorsitzender vom NEVAP

Das Votum der Mitgliederversammlung fiel nahezu einstimmig aus: Mit 78 der 82 abgegebenen Stimmen - es gab vier Enthaltungen - wurde Burkhard Budde, Direktor des Marienstiftes in Braunschweig, zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Niedersächsischen Evangelischen Verbandes für Altenhilfe und ambulante pflegerische Dienste e.V. (NEVAP) gewählt. Der 55-jährige Pastor tritt die Nachfolge von Martin Raabe an, der sein Mandat im April aus beruflichen Gründen niedergelegt hatte.

In seiner kurzen Ansprache im hannoverschen Annastift versprach der neue Vorsitzende "Kontinuität und Erneuerung" in der Verbandsarbeit und benannte drei zentrale Herausforderungen: Zum einen müsse der NEVAP die "kollegiale Beratung" weiter ausbauen, um den "unfairen Rahmenbedingungen" zum Trotz die Alleinvertretungsmerkmale der Diakonie aufrecht zu erhalten - Fachlichkeit müsse Vorrang haben vor Dumping. Zum zweiten müsse sich der NEVAP als Fachverband der Diakonie in Niedersachsen darum bemühen, die Verbindungen zu den diakonischen Werken und zu den Kirchen selbst zu vertiefen. Drittens erklärte es der neue Vorsitzende zu seinem ausdrücklichen Ziel, in Politik und Öffentlichkeit eine größere Aufmerksamkeit für den NEVAP und seine Anliegen zu erreichen: "Wir brauchen ein realistisches Bild der Pflege in der Öffentlichkeit. Es muss rüber kommen, dass es keine Schande ist, pflegebedürftig zu sein. Demenzkranke dürfen nicht das Gefühl haben, sich für ihre Krankheit entschuldigen zu müssen." Insgesamt sei ein "positives Bewusstsein" gegenüber der Pflege erforderlich, forderte der Braunschweiger Diakonie-Direktor.

Budde ist bereits seit 1996 Vorstandsmitglied im NEVAP. Seit 1994 leitet er das Braunschweiger Marienstift, das unter einem Dach Krankenhaus, Altenpflegeheim, Ausbildungsstätten und Wohnungen vereint.

In weiteren Nachwahlen wurden außerdem vier weitere Mitglieder in den NEVAP-Vorstand gewählt. Dem 18-köpfigen Gremium gehören jetzt an: Sabine Weber (Diakoniewerk Osnabrück), Monika Grefe (Diakoniestationen Hannover), Sven Schumacher (Christophorusstift, Hildesheim) und Anette Seidel (Bethel im Norden, Bodelschwinghsche Anstalten Bethel). Der NEVAP vertritt 182 Träger mit 327 ambulanten und stationären Altenhilfeeinrichtungen der Diakonie in Niedersachsen.

Internet: www.nevap.de


Bernd Prigge
Pressesprecher des Diakonischen Werkes der
Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

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Hoffnung für zahlungsunfähiges Martins-Krankenhaus

Lilienthal/Kr. Osterholz (epd). Nach dem Insolvenzantrag für das zahlungsunfähige evangelische Martins-Krankenhaus in Lilienthal bei Bremen gibt es neue Hoffnung. Bisher hätten fünf Bewerber ernsthaftes Interesse an dem Haus signalisiert, sagte der Bremer Rechtsanwalt Tilo Kolb am Montag im Auftrag von Insolvenzverwalter Edgar Grönda dem epd. Darunter seien die Ärzteschaft der Klinik, der Bremer Verbund "Gesundheit Nord" und die Diakonie.

Der Geschäftsführer des Martins-Krankenhauses, Marc Brockmann, hatte im November einen Insolvenzantrag gestellt. Als Hauptursache für die Pleite nannte Brockmann einen Einbruch bei den Patientenzahlen und ausbleibende Kredite der Banken. Zum Haus gehören 80 Betten und 200 Beschäftigte. Kolb sagte, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten sich in den zurückliegenden Wochen vorbildlich eingesetzt. Ihre Gehälter seien vorerst bis Ende Dezember gesichert.

"Wir haben derzeit eine sehr gute Belegung und einen Solidarisierungseffekt unter den Patienten", betonte der Jurist und Insolvenz-Experte Kolb. Am Donnerstag werde es in der diakonischen Einrichtung eine Mitarbeiterversammlung geben, auf der den Beschäftigten ein Dank für ihren Einsatz ausgesprochen werden solle.

Anfang Januar soll Kolb zufolge das Insolvenzverfahren eröffnet werden. Er rechnet damit, dass bis dahin Konzepte vorliegen, aus denen hervorgeht, wie die Zukunft der Klinik gesichert werden kann. Ärztesprecher Jörg Müller hatte zwischenzeitlich den bisherigen Geschäftsführer mit den Worten kritisiert, die Krise sei hausgemacht. Brockmann habe keine Konsequenzen aus den schlechten Belegungszahlen vergangener Jahre gezogen. So habe es keine Spezialisierung in den Leistungen gegeben.

Internet: www.martins-krankenhaus.de


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