Landessuperintendent Eckhard Gorka spricht in Groß Ilsede über Gemeinde 2018

Nachricht 07. Dezember 2008

"Die Zukunft der christlichen Gemeinden liegt in wunderschönen Gottesdiensten, in der Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit, im ökumenischen Miteinander, im Eintreten für die Armen und Sprachlosen, in einer zugkräftigen Kirchenmusik sowie in kreativen Bildungsangeboten", sagte Landessuperintendent Eckhard Gorka, Hildesheim, bei der 500-Jahr-Feier der St.-Nikolai-Kirche in Groß Ilsede.

Dabei zeichnete Gorka das Bild einer vitalen Gemeinde im Jahre 2018 unter stark veränderten Bedingungen. Man könne nicht mehr automatisch auf eine Weitergabe des Glaubens in Familien zurückgreifen, weil es diese kaum mehr geben werde. „Wenn keine Oma mehr da ist und beide Eltern berufstätig sind: wer bringt dann den Kindern das Vaterunser bei?“ Hier sei die Ortsgemeinde gefragt. „Die Gemeinde 2018 wird eine missionarische sein“, fasste Gorka seine Vision zusammen.

„Das Glaubensthema hat unbedingten Vorrang“. Christen dürften das Evangelium nicht in der Nachttischschublade liegen lassen. Das sehe er auch im Blick auf den Islam, dem gegenüber die Christen selbstverständlicher von ihrem eigenen Glauben reden müssten. In medizinethischen oder finanzpolitischen Fragen werde man dagegen, aufgrund der sehr komplizierten Sachverhalte, zurückhaltender werden müssen. „Wer von uns hat das mit der globalen Finanzkrise eigentlich verstanden?“, womit der Landessuperintendent sich kritisch gegen einen All-Zuständigkeitsanspruch der Gemeinden stellte. Eine nachhaltige Bedeutung würden eigenfinanzierte Mitarbeiter und Pastoren erhalten, wie es Groß Ilsede mit der Finanzierung einer viertel Pfarrstelle bereits exemplarisch vormache.

Er sehe einen guten Grund evangelisch zu sein darin, andere nicht verändern zu wollen, sondern Stärken anderer aufzugreifen und eigene Schwächen abzustellen. Gorka warb auch für die Initiative „700 Kirchen“ im Sprengel Hildesheim-Göttingen, die darauf abziele, in jeder Kirche zwischen Peine und Hann. Münden wöchentlich ein gottesdienstliches Angebot zu machen.

Im Anschluss an den Festvortrag überreichte die Vorsitzende des Vereins „St. Nikolai e. V.“, Claudia Bremer, einen Scheck über 11.816,66 Euro zur Mitfinanzierung der Pfarrstelle Groß Ilsede an Superintendentin Christa Gerts-Isermeyer.

Grußworte zum 500-jährigen Jubiläum der St.-Nikolai-Kirche kamen von der Kommune, den örtlichen Vereinen, der katholischen Kirchengemeinde und den evangelischen Kirchengemeinden aus der Nachbarschaft. Die Vorsitzende des Kirchengemeindeverbundes Ilsede, Irmtraud Schliephake, lobte die auch nach 500 Jahren innovative Arbeit in Groß Ilsede. St. Nikolai sei wohl die einzige Kirche im Kirchenkreis Peine, die mit einem Beamer an der Decke ausgestattet ist, der von einem Computer in der Sakristei gesteuert werde.

Die musikalische Gestaltung der Festveranstaltung hatte das „Musikteam“ unter Leitung von Daniel Keding übernommen. Nach Abschluss des Festaktes in der Mensa des neuen Schulzentrums leitete Pastor Walter Faerber zur Fackelprozession in die St.-Nikolai-Kirche über. Dort erwartete die Gäste eine künstlerische Illumination des Kircheninneren.

Die jetzige Kirche St. Nikolai wurde am Nikolaustag 1508 eingeweiht und trägt ihren Namen nach Bischof Nikolaus von Myra. Vorgängerbauten gehen vermutlich bis auf das Jahr 1398 zurück.

Das Festprogramm wird mit einem Gottesdienst am Sonntag, dem 7.
Dezember, und einem Vortragsabend mit Dr. Jens Binner zur Geschichte der Kirche und der Gemeinde am 12. Dezember fortgesetzt.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im
Sprengel Hildesheim-Göttingen
Eberhard Blanke
Pastor und Kommunikationsmanager