Auf einen Blick (4.12.) - Ostfriesland: Notfallseelsorge / Stadtkirchenverband: Sparkurs / Hermannsburg: Jubiläum Heimvolkshochschule

Nachricht 04. Dezember 2008

Sprengel richtet Pfarrstelle für Notfallseelsorge ein

Hannover (epd). Als erster Bezirk der hannoverschen Landeskirche richtet der Sprengel Ostfriesland nach eigenen Angaben eine halbe Pfarrstelle für Notfallseelsorge ein. Pastor Claus Dreier (53) aus Steenfelde bei Leer wird diese Aufgabe vom Frühjahr 2009 an übernehmen, teilte der Sprengel am Mittwoch in Norden mit. Dreier ist seit 20 Jahren evangelisch-lutherischer Gemeindepastor in Steenfelde und hat den Angaben zufolge bereits vielfältige Erfahrungen als Notfallseelsorger gesammelt.

Seine Stelle ist zunächst auf fünf Jahre befristet und wird aus dem Innovationsfonds der Landeskirche finanziert. Weitere Personal- und Sachkosten werden von ostfriesischen Kirchenkreisen übernommen. Zu Dreiers Aufgaben gehören die Ausbildung und die Einsatz-Nachsorge für Mitarbeiter der Notfallseelsorge und der Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten.

Landessuperintendent Detlef Klahr aus Aurich begrüßte die Einrichtung der Stelle. Damit bringe die Kirche ihre Wertschätzung dieser Arbeit zum Ausdruck. Durch die Notfallseelsorge erwerbe die Kirche in der Öffentlichkeit Respekt. Der Sprengel Ostfriesland, einer von sechs Bezirken der Landeskirche, reicht von den Nordseeinseln bis zur Grafschaft Bentheim an der westfälischen Grenze. Er umfasst rund 340.000 Gemeindeglieder in 156 Gemeinden.

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Stadtkirchenverband Hannover setzt Sparkurs fort

Hannover (epd). Der evangelisch-lutherische Stadtkirchenverband Hannover hat seinen strikten Sparkurs fortgesetzt. Die Delegierten verabschiedeten am Mittwochabend einen Stellenrahmenplan von 2009 bis 2012, der umfassende Kürzungen vorsieht. 2009 will der Verband mit 216.000 Mitgliedern seine jährlichen Ausgaben um 4,6 Millionen Euro auf 22,1 Millionen senken, weil die Zuweisungen von der Landeskirche, hauptsächlich aus Kirchensteuern, künftig spärlicher fließen als bisher.

Rein rechnerisch müsse jede fünfte Stelle gestrichen werden, sagte der Superintendent von Hannover-West, Christian Sundermann. Faktisch fielen die Kürzungen jedoch nicht ganz so drastisch aus, weil die Kirchengemeinden 728.000 Euro aus Eigenmitteln wie Stiftungserträgen beisteuern und die Einschnitte so abmildern könnten. Sundermann rechnet dennoch mit einzelnen Kündigungen. Aus einer Übergangsreserve von bis zu 2,6 Millionen Euro sollen etwa Gerichtskosten oder Abfindungen finanziert werden.

Der Stellenrahmenplan verfolge künftig einen zielorientierten Ansatz, sagte Sundermann. "Wir fragen nicht mehr: Was stecken wir hinein, sondern: Was soll am Ende dabei herauskommen?" Die Stellenzahl von Pastoren und Kirchenmusikern soll um sieben bis acht Prozent zurückgefahren werden. Auch Diakone, Sekretärinnen und Küster müssen Kürzungen hinnehmen. In dem Verband arbeiten insgesamt rund 2.700 Beschäftigte.

Der Plan legt die Eckdaten für die Kirchengemeinden, die übergemeindlichen Einrichtungen sowie die Verwaltung fest. Er bildet die Grundlage für den Haushalt, der Anfang 2009 verabschiedet werden soll. Durch eine sogenannte Hannover-Regelung soll Mitarbeitern im Falle einer betriebsbedingten Kündigung oder Teilkündigung eine Ersatzbeschäftigung im Stadtkirchenverband angeboten werden, hieß es.

Langfristig sollen kleine Gemeinden mit anderen zusammengelegt und Pfarr- und Gemeindehäuser aufgegeben werden. Durch Fusionen sinkt die Zahl der Gemeinden bereits im Januar von 68 auf 64. Zudem soll im März erstmals in Hannover eine entwidmete Kirche abgerissen werden, für die sich keine Nachnutzung fand. Für zukunftsweisende und Mitglieder gewinnende Projekte will der Stadtkirchenverband 150.000 Euro zur Verfügung stellen. Dazu gehören die Gospelkirche und das "Haus der Religionen".


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Heimvolkshochschule feiert 2009 Jubiläum

Hermannsburg/Kr. Celle (epd). Die älteste Heimvolkshochschule in Deutschland feiert im kommenden Jahr ihr 90-jähriges Bestehen. Veranstaltungen zum Jubiläum der Niedersächsischen Lutherischen Heimvolkshochschule Hermannsburg setzten einen besonderen Akzent im neuen Jahresprogramm, das in der kommenden Woche erscheint, sagte der Leiter, Pastor Walter Scheller, am Donnerstag. Die Bildungseinrichtung wurde 1919 in dem Heideort bei Celle vom damaligen Hermannsburger Missionsdirektor Georg Haccius gegründet.

Das Programmbuch informiert auf 40 Seiten über rund 80 Veranstaltungen wie Glaubensseminare oder Kurse zur Gewaltprävention. Väter mit ihren Kindern sind ebenso eingeladen wie Ehepaare oder Alleinstehende. Jugendliche können sich für ihre spätere Berufs- und Lebensplanung orientieren. Die staatlich anerkannte Bildungseinrichtung kooperiert mit verschiedenen kirchlichen Werken und Gemeinden sowie gesellschaftlichen Institutionen. Als Tagungszentrum steht die Heimvolkshochschule zudem für Gruppen offen.

Informationen zum Programm: Telefon 05052/98990, Internet: www.bildung-voller-leben.de


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