Landesbischöfin ruft zu Spenden für "Brot für die Welt" auf

Nachricht 30. November 2008

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat dazu aufgerufen, auch weiter für die evangelische Hilfsaktion "Brot für die Welt" zu spenden. "Mich beunruhigt die Lage der Armen in der Welt. Sie ist katastrophal", sagte Käßmann am Sonntag in einem Festgottesdienst zum 50-jährigen Bestehen des Entwicklungsprojektes in der hannoverschen Marktkirche. Während 1959 rund 575 Millionen Menschen chronisch hungerten, seien es heute etwa 935 Millionen.

"Die Not der Menschen schreit zum Himmel: Gib uns unser täglich Brot", sagte die Bischöfin der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland. Die Hoffnung, den Hunger in der Welt schnell besiegen zu können, mit der die Aktion gegründet worden sei, habe sich nicht erfüllt. Noch heute stürbe alle dreieinhalb Sekunden ein Mensch an den Folgen von Hunger und Unterernährung. Pro Minute seien es einem UN-Bericht zufolge elf Kinder, pro Jahr fast sechs Millionen Mädchen und Jungen.

"Viele Menschen schauen lieber weg, weil sie derart viel Belastung nicht ertragen. Aber wir als Christinnen und Christen schauen hin", sagte die Bischöfin. So seien in den vergangenen fünf Jahrzehnten 1,8 Milliarden Euro an Kollekten und Spenden gesammelt worden. Die mehr als 20.000 Projekte hätten zwar nicht das Reich Gottes herbei geführt. Hunterttausende Menschen hätten aber eine Chance erhalten, ihr Leben aus eigener Kraft mit Würde und Stolz zu bewältigen und ihre Kinder zu ernähren. Die grundlegende Idee von "Brot für die Welt" sei nicht, Almosen von oben herab zu verteilen, sondern Hilfe zur Selbsthilfe auf Augenhöhe zu leisten.

Das Hilfswerk wird getragen von evangelischen Landes- und Freikirchen und ist im Diakonischen Werk in Stuttgart angesiedelt. Bis 2012/2013 ist der Umzug nach Berlin und ein Zusammenschluss mit dem Evangelischen Entwicklungsdienst geplant, der seinen Sitz derzeit noch in Bonn hat.

Internet: www.brot-fuer-die-welt.de


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