Brot für die Welt – Spezial 50. Aktion: 200 Millionen in Niedersachsen / „Brotbotschafter“ / Evangelischer Kirchenfunk (ekn)

Nachricht 27. November 2008

Niedersachsen spendeten 200 Millionen für "Brot für die Welt"

Hannover (epd). Die evangelische Hilfsaktion "Brot für die Welt" feiert Jubiläum: Die Spendensammlung wird an diesem Sonntag, dem ersten Advent, zum 50. Mal in den niedersächsischen Kirchengemeinden eröffnet. Die Aktion steht diesmal unter dem Motto "Es ist genug für alle da". Im vergangenen Jahr sammelten die Niedersachsen insgesamt rund 6,5 Millionen Euro für Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika, sagte der hannoversche "Brot-für-die-Welt"-Referent Uwe Becker am Montag vor Journalisten in Hannover. Seit 1959 waren es rund 200 Millionen Euro. Das Geld kam vor allem durch Kollekten in Gottesdiensten zusammen. Bundesweit wird das Jubiläum am 29. November in der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin mit einem Fernsehgottesdienst gefeiert.

Gegenüber den Vorjahren konnte das Spendenniveau gehalten werden, sagte Becker: "Angesichts von bis zu 40.000 Spenden sammelnden Organisationen ist das ein Erfolg." Insgesamt verzeichnete "Brot für die Welt" in den 50 Jahren seines Bestehens in Deutschland rund 1,8 Milliarden an Spenden. Davon konnten rund 20.000 Hilfsprojekte gefördert werden.

Mit rund 50.000 Dollar unterstützt das Hilfswerk beispielsweise ein Projekt der "Evangelischen Kirche am La Plata" in Buenos Aires für Schulabbrecher aus Armenvierteln. Diese landeten häufig auf der Straße und glitten ins Milieu von Drogen und Kriminalität ab, sagte Pastor Jorge Gerhard, der sich zurzeit in Niedersachsen zu Gast ist. In einem evangelischen Gemeindezentrum lernen sie nun backen oder tischlern. Eine Frisörwerkstatt soll ihnen ein Gefühl für Körperhygiene vermitteln und ihr Aussehen verbessern. "Sie laufen oft mit schmutzigen langen Haaren herum und werden deshalb bei Bewerbungen abgelehnt", sagte Gerhard. Die Kirche bietet auch eine Glaswerkstatt sowie eine Tanz- und Musikwerkstatt an. Mit ihren Angeboten erreicht sie rund 120 Jugendliche.

Im kommenden Jahr soll ein Infomobil im Februar und August in Niedersachsen über die Arbeit von "Brot für die Welt" informieren. Zudem unterstützt der Liedermacher Frank Bode aus Osterode das Hilfswerk mit drei einwöchigen Tourneen im Februar, März und April. Durch die Lieder könnten Jugendliche viel über Nahrungsmittel und Textilien erfahren, sagte Bode: "Es geht darum, etwas in die Köpfe zu bekommen und in die Herzen." Mit einer "Ein-Cent-Aktion" will "Brot für die Welt" außerdem zu kreativen Ideen anregen. Teilnehmer können dabei mit einem symbolischen Cent als Startkapital eigene originelle Aktionen zum Spendensammeln entwickeln.

Internet: www.brot-fuer-die-welt.de


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Landeskirche schickt "Brotbotschafter" in die Gemeinden

Osnabrück/Hannover (epd). Die hannoversche Landeskirche will mit ehrenamtlichen "Brotbotschaftern" die Menschen in den Gemeinden besser über "Brot für die Welt" informieren. "Die meisten wissen, dass "Brot für die Welt" etwas Gutes ist. Damit hört es aber auch schon auf", sagte der Beauftragte der Landeskirche, Uwe Becker, am Dienstag dem epd. Ziel der für alle 23 Landeskirchen gedachten Aktion sei es, ein langfristiges Engagement der Spender sicher zu stellen. Die Brotbotschafter seien zusätzlich zu den weltweit 50 prominenten Unterstützern im Einsatz.

Wenn es gelinge, den Menschen konkrete Inhalte zu vermitteln, ihnen zu zeigen, wofür ihr Geld verwendet werde, könne das Spendenergebnis langfristig erhöht werden, sagte Becker. Derzeit spende jedes Gemeindemitglied im Durchschnitt einen Euro pro Jahr für "Brot für die Welt". Dieser Euro solle in den kommenden Jahren weiteres Geld nach sich ziehen: "Der Spendenmarkt wird immer enger. Viele Organisationen kommen und gehen. Brot für die Welt soll es aber auch in 50 Jahren noch geben."

Allerdings habe sich bisher außer der hannoverschen Landeskirche nur noch die württembergische für das Projekt zum 50-jährigen Bestehen des Hilfswerks erwärmen können, sagte Becker. Auch in den hannoverschen Kirchenkreisen gebe es bislang nur eine Handvoll dieser ehrenamtlichen Brotbotschafter. Sie sollen ein Jahr lang in den Gemeinden etwa über das Beispielprojekt zur ländlichen Entwicklung in Papua-Neuguinea informieren. Dort werden Bauernfamilien Kenntnisse in nachhaltiger Landwirtschaft vermittelt.

In Osnabrück wird Landessuperintendent Burghard Krause am Sonntag Eric Pagnoux als Brotbotschafter einführen. Der 52-jährige wurde in Frankreich geboren, lebt seit 20 Jahren in Osnabrück und arbeitet seit vielen Jahren als Mitglied der evangelisch-reformierten Kirche für Brot für die Welt. "Ich möchte der Aktion ein konkretes Gesicht geben", sagte Pagnoux. Er werde im Sinne der Ökumene in lutherischen und reformierten Gemeinden als Botschafter auftreten.

Es sei das Verdienst von "Brot für die Welt", auf die weltweiten Zusammenhänge von Armut und Reichtum aufmerksam zu machen und mit Kampagnen Gegenentwürfe zu entwickeln, betonte Krause. Die Menschen hätten einerseits einen Anspruch auf Aufklärung. Sie wollten wissen, wo das Geld bleibe, das sie spendeten. Andererseits sollten ihnen die Botschafter auch deutlich machen, dass die Not anderer Länder sie durchaus etwas angehe: "Wir partizipieren am Gesamtsystem, das den Hunger stärkt."

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