Braunschweig will bei Kirchenzeitung gemeinsamen Weg

Nachricht 22. November 2008

Goslar (epd). Die braunschweigische Landessynode hat die evangelischen Kirchen in Niedersachsen dazu aufgefordert, Entscheidungen über die Zukunft der kirchlichen Publizistik nur gemeinsam zu treffen. Bei der Tagung des Kirchenparlamentes in Goslar wurde am Sonnabend vor allem die Zukunft der "Evangelischen Zeitung" (EZ) diskutiert. Die EZ wird bisher als "Christliche Wochenzeitung für Niedersachsen" in den lutherischen Landeskirchen Braunschweig, Hannover und Oldenburg herausgegeben. Die Synode setzte sich dafür ein, auch künftig ein gemeinsames Konzept zu finden.

Nachdem das Aus für die "Evangelische Zeitung" zum Ende 2008 bereits besiegelt schien, wird derzeit über neue Chancen für die Wochenzeitung beraten. Unter anderem gibt es einen Vorschlag des Evangelischen Presseverbandes für Westfalen und Lippe, sie zu übernehmen. Der Aufsichtsrat des Verbandes Evangelischer Publizistik Niedersachsen-Bremen (VEP) unter Vorsitz der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann beschloss im Sommer, die EZ noch bis Ende 2009 fortzuführen. In der Zwischenzeit soll über das weitere Vorgehen beraten werden.

Für den Fall, dass bis Ende 2009 keine Alternative für die Kirchenzeitung gefunden werde, bittet die braunschweigische Landessynode die Landeskirchen Hannover und Oldenburg, die EZ zunächst bis Ende 2010 fortzuführen. Propst Andreas Weiß als Vorsitzender des Medienausschusses begründete den Synodenbeschluss mit der Notwendigkeit, Zeit für gemeinsame Lösungen zu finden. Die Landeskirche hatte ihren Zuschuss für die Zeitung bereits bis Ende 2010 fortgeschrieben. Die Wochenzeitung mit stark sinkender Auflage ist seit Jahren umstritten.

Pläne der hannoverschen Kirche, die Evangelische Zeitung zum Ende 2008 durch ein Magazin "Evangelisch in Niedersachsen" abzulösen, wurden wieder aufgegeben, da keine ausreichende Akzeptanz für das Magazin gesehen wurde. Die oldenburgische Kirche, die zunächst angekündigt hatte, sich zum Ende 2008 aus der Förderung der Zeitung zurückzuziehen, will die EZ jetzt ebenfalls bis Ende 2009 weiterführen. Die braunschweigische Synode wandte sich gegen "Alleingänge" einzelner Landeskirchen.

Landesbischof Friedrich Weber und Pressesprecher Michael Strauß hatten vor der Synode betont, dass die Publizistik eine Gemeinschaftsaufgabe sei. Das gelte auch für den Evangelischen Pressedienst (epd) und den Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen (ekn).

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