Kirche sucht besten Kinospot über Kinderarmut

Nachricht 19. November 2008

Stimmen Sie unter www.zukunftsgestalten.de ab, welcher Film ins Kino kommt!



Hannover (epd). Mit einem Wettbewerb in rund 1.200 niedersächsischen Kirchengemeinden sucht die hannoversche Landeskirche den besten Kinospot über Kinderarmut. Zur Abstimmung stehen fünf Kurzfilme junger Filmemacher, die von einer Jury aus 15 Beiträgen ausgewählt wurden. "Wir sind nicht nur ein Land, das arm ist an Kindern, sondern auch eines, in dem viele arme Kinder leben", sagte die evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann am Mittwoch bei der Präsentation der Spots. Die Gemeinden und 60 Diakonische Werke erhielten DVDs mit den Filmen und Abstimmungskarten, auf denen die Betrachter ihren Favoriten ankreuzen können.

Der beste Film wird mit 2.000 Euro belohnt. Er soll professionell nachproduziert werden und im Frühjahr 2009 in die norddeutschen Kinos kommen. Der zweite und dritte Preis ist mit 1.500 und 1.000 Euro dotiert. "Die Armut muss auch in unser aller Köpfe bekämpft werden", sagte der hannoversche Oberlandeskirchenrat Christoph Künkel. Jeder müsse sich fragen, was er dazu beitragen könne, dass Armut kein dauerhaftes Phänomen bleibe. Die ausgewählten Filme sind auch im Internet zu sehen unter www.zukunftsgestalten.de.

Die Landeskirche hatte junge Filmemacher aus ganz Deutschland aufgerufen, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen. 30 Filmschaffende zwischen 21 und 35 Jahren folgten der Einladung und nahmen im September an einem Workshop zum Thema teil. 15 von ihnen entwickelten innerhalb von acht Wochen Konzepte und Videospots. "Für mich war das eine spannende Aufgabe", sagte der Nachwuchs-Regisseur Martin Bargiel (25) aus Hannover, der sich mit seinem Kurzfilm "Finn und Tom" beteiligte. Normalerweise entführe er das Publikum mit seinen Filmen in fiktionale Welten. Jetzt führe er es in die Wirklichkeit.

An dem Film, der das Gespräch eines armen Jungen im Kindergarten mit einem anderen Jungen zeigt, habe er rund eine Woche gearbeitet, sagte Bargiel. Für den Wettbewerb zahlt die Kirche rund 18.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für das professionelle Nachdrehen der Filme in Höhe von etwa 30.000 Euro und die für Vorführungen in den Kinos. Diese Kosten will die Kirche über Sponsoren abdecken.

Für ihre Kampagne "Zukunft(s)gestalten - Allen Kindern eine Chance" hatte die Kirche im Sommer eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Damit unterstützt sie mehr als 100 Projekte von Gemeinden und Einrichtungen sowie ihren Partnern wie Vereinen und Kommunen gegen Kinderarmut. Dazu gehören Startausrüstungen zum Schulanfang oder Mittagstische für Kinder. Jedes sechste Kind in Niedersachsen leide unter Armut, sagte Käßmann. Sie forderte die Politiker auf, unter anderem die Hartz-IV-Sätze für Kinder nachzubessern. Nötig sei auch die Lernmittelfreiheit für alle Kinder

Internet:www.zukunftsgestalten.de

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