Spenden für Seeleute / Interreligiöser Gebetsraum im Klinikum / Gericht: Kein Hausfriedensbruch in Marktkirche

Nachricht 14. November 2008

Evangelische Kirche startet Spendenaktion für Seeleute

Die evangelische Kirche hat eine Spendenaktion für Seeleute aus aller Welt gestartet. "Weihnachten am Ohr" heißt die Initiative, mit der die Deutsche Seemannsmission zum Fest eine Brücke in die Heimat der Männer an Bord von Handelsschiffen schlagen will. "Wir rufen dazu auf, den Seeleuten Telefonkarten im Wert von fünf Euro für Gespräche mit ihren Familien zu Hause zu schenken", sagte der Generalsekretär der Organisation, Pastor Hero Feenders.

Weltweit seien etwa 2,1 Millionen Seeleute oft monatelang und auch über Weihnachten getrennt von ihrer Heimat, sagte Feenders. "Sie führen an Bord ein isoliertes Leben, ohne Familie, Freunde und die heimische Kultur." Wenn sie nach Hause telefonieren könnten, habe das für sie eine große Bedeutung wenigstens voneinander hören."

Internet: www.seemannsmission.org


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Klinikum Melle richtet ersten interreligiösen Gebetsraum ein

Das Christliche Klinikum in Melle bei Osnabrück hat als erstes Krankenhaus in Niedersachsen einen interreligiösen Gebetsraum eingerichtet. Der Religionsattaché des türkischen Generalkonsulats in Hannover, Seyfettin Bozkub, dankte den Verantwortlichen des von der katholischen und evangelischen Kirche gemeinsam geführten Klinikums für die unkomplizierte Zusammenarbeit. Der Gebetsraum wie auch die benachbarte christliche Kapelle stehe allen Patienten offen, sagte Geschäftsführer Edmund Glüsenkamp am Freitag dem epd.

Der Raum ist den Angaben zufolge unter anderem mit einem nach Mekka ausgerichteten Teppich ausgestattet. Auf einem Tisch liegen ein Koran in deutscher und einer in arabischer Sprache sowie eine Bibel in der Einheitsübersetzung. Kreuze seien noch nicht aufgehängt worden. Es gebe noch Bedenken von Seiten des türkisch-islamischen Kulturvereins in Melle, der das Projekt mit initiiert habe, hieß es.


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Gericht spricht Jugendliche vom Vorwurf der Kirchenstörung frei

Das Amtsgericht Hannover hat sechs Heranwachsende vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs in der evangelischen Marktkirche freigesprochen. Den jungen Männern zwischen 18 und 20 Jahren aus Hannover und Springe war zur Last gelegt worden, sie hätten Ende November 2007 ein Adventskonzert der Bundeswehr gestört, sagte Gerichtssprecher Michael Siebrecht dem epd. Sie sollten bei Auftritt einer Kapelle der 1. Panzerdivision Sprechchöre skandiert und vor dem Altar ein Transparent gezeigt haben.

Die Kirche hatte Strafantrag gegen die jungen Männer gestellt. Die Demonstranten kritisierten einen Schulterschluss von Kirche und Militär. Nach Darstellung des Amtsgerichts sollen die Täter bei dem Adventskonzert der Aufforderung der Polizei, die Kirche zu verlassen, keine Folge geleistet haben. Polizeibeamte mussten die Störer durch körperliche Gewalt aus der Kirche drängen.


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