Ökumenische Trauerfeier für die Opfer des Busunglücks

Nachricht 10. November 2008

Hannover (epd). Mehrere hundert Menschen haben am Montagabend bei einer ökumenischen Trauerfeier in Hannover Abschied von den Opfern des Busunglücks in der vergangenen Woche genommen. Die Stadt sei sehr betroffen und zeige ihr Mitgefühl, sagte der katholische hannoversche Propst Martin Tenge. Die Angehörigen sollten spüren, dass sie nicht allein seien. Bei dem Unglück kamen 13 Frauen und sechs Männer zwischen 43 und 80 Jahren sowie ein 13-jähriges Mädchen aus den östlichen Stadtteilen Hannovers ums Leben.

An der Trauerfeier in der evangelischen St. Johannis-Kirche im Stadtteil Misburg nahmen auch der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) und Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) teil. Bei dem Unglück am 4. November hatte ein überwiegend mit Senioren besetzter Reisebus auf der Autobahn 2 nahe Hannover Feuer gefangen. Die Leichen der Opfer verbrannten nach Polizeiangaben teilweise bis zur Unkenntlichkeit. Zwölf Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, drei von ihnen schweben noch in Lebensgefahr. Die Gruppe kehrte von einer Kaffeefahrt ins Münsterland zurück. Als Unglücksursache vermuten Experten Medienberichten zufolge einen Defekt am Belüftungs-und Heizungssystem. Die Polizei sprach vom schwersten Busunglück in Deutschland seit 15 Jahren.

Die hannoversche Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann erinnerte an die vielen Betroffenen des Unglücks: die Überlebenden, die noch die Bilder der Katastrophe vor Augen hätten, die Angehörigen, die Stunden und Tage voller Angst bangen mussten, sowie die Einsatzkräfte, Helfer und Seelsorger, die in dem Inferno gearbeitet, geborgen und betreut hätten. Zu danken sei all jenen, die bis an die Grenzen des eigenen Ertragens so viel für die Opfer und Angehörigen getan hätten. Die evangelische Theologin sagte weiter: "Wir wollen diejenigen in unsere Mitte nehmen, die es am schwersten haben, und um Kraft und Hilfe bitten für den Weg, der vor uns liegt."

Propst Tenge sagte, die Frage nach dem "Warum" bleibe unbeantwortbar: "Wir sind hier, um sie gemeinsam zu stellen, zu hören und sie auszuhalten." Er sei sich aber sicher, dass die Frage von Gott gehört werde, sagte Tenge weiter: "Die Beziehung zu unseren Verstorbenen bricht nicht ab. Sie haben nicht umsonst gelebt." Im Anschluss an die Trauerfeier standen den Angehörigen mehrere Seelsorger für persönliche Gespräche zur Verfügung.

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