300 Menschen trauern um Opfer des Busunglücks bei Hannover / 10.11., 18 Uhr: Trauerfeier in der St. Johanniskirche Misburg

Nachricht 05. November 2008

Hotline der VGH Versicherung

Die VGH Versicherung ist der für das schwere Busunglück zuständige KFZ-Haftpflichtversicherer des Fahrzeughalters und möchte den Betroffenen ihre Hilfe anbieten. Dazu hat die VGH unter der Telefonnummer 0800-1750505 eine Hotline geschaltet, die den Geschädigten zur Verfügung steht.

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300 Menschen trauern um Opfer des Busunglücks bei Hannover

++++ Ansprache der Landesbischöfin im Wortlaut.
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Hannover (epd). Rund 300 Menschen haben am Donnerstagabend um die 20 Todesopfer des schweren Busunglücks bei Hannover getrauert. "Nach so einem Unglück kann eine Stadt nicht zur Tagesordnung übergehen", sagte die evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann bei einer Gedenkandacht in der hannoverschen Marktkirche: "Unser Herz erschrickt, weil wir an diesem entsetzlichen Unglück erkennen: Unser Leben ist
zutiefst verletzbar."

Bei dem Unglück kamen 13 Frauen und sechs Männer zwischen 43 und 80 Jahren aus den östlichen Stadtteilen Hannovers sowie ein 13-jähriges Mädchen ums Leben. "Auf bittere Weise habe wir spüren müssen, wie ungeschützt das Leben des Menschen ist und wie gefährdet", sagte der Hildesheimer katholische Bischof Norbert Trelle: "Das macht uns stumm und lässt uns erstarren." Gott habe aber auch die Verunglückten nicht vergessen, sagte Trelle.

An der Andacht nahmen unter anderem Angehörige, Freunde und Bekannte der Opfer teil. Beamte von Feuerwehr und Polizei saßen in blauen Uniformen oder roten Rettungsjacken in den ersten Reihen. Viele Betroffene zündeten an einem Leuchter vor dem Altarraum Kerzen für die Opfer an. Bischöfin Käßmann legte 20 weiße Rosen nieder.

Bei dem Unglück hatte am Dienstagabend ein überwiegend mit Senioren besetzter Reisebus auf der Autobahn 2 nahe Hannover Feuer gefangen. Die Leichen der Opfer verbrannten nach Polizeiangaben teilweise bis zur Unkenntlichkeit. 12 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Gruppe kehrte von einer Kaffeefahrt ins Münsterland zurück.

Als Unglücksursache vermuten Experten inzwischen einen technischen Defekt auf der Toilette. Die Polizei sprach vom schwersten Busunglück in Deutschland seit 15 Jahren. Eine ökumenische Trauerfeier für die Opfer soll am Montag, dem 10. November, um 18 Uhr in der evangelischen St. Johanniskirche im Stadtteil Misburg stattfinden.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen


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Landesbischöfin spricht ihr Beileid aus

Hannover (epd). Nach dem schwersten Busunglück in Deutschland seit 15 Jahren mit 20 Todesopfern hat die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann den Hinterbliebenen ihr Beileid ausgesprochen. "Das ist ein entsetzliches Unglück, alle empfinden das Grauen mit bei dem Gedanken, dass am Ende einer fröhlichen Ausflugsfahrt eine derartige Katastrophe steht", sagte sie am Mittwoch in Hannover. Am Donnerstag um 21 Uhr soll in der hannoverschen Marktkirche eine Gedenkandacht für die Opfer stattfinden.

Käßmann dankte den rund 150 Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr, den Rettungskräften sowie den Notfallseelsorgern der evangelischen und katholischen Kirche. "Im Gebet begleiten wir die Verletzten, die Trauernden und die Helfer", sagte sie: "Ein derartiges Unglück macht uns neu bewusst, wie verletzbar unser Leben ist."
 


Bei dem Unglück hatte am Dienstagabend ein überwiegend mit Senioren besetzter Reisebus auf der Autobahn 2 nahe Hannover Feuer gefangen. Die Leichen der Opfer verbrannten nach Polizeiangaben bis zur Unkenntlichkeit. 12 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Gruppe kehrte von einer Kaffeefahrt ins Münsterland zurück. Als Unglücksursache wird eine brennende Zigarette auf der Toilette vermutet.
 

Unterdessen kümmert sich die evangelische Kirche in Hannover um die Familien der Todesopfer. "Wir müssen davon ausgehen, dass unsere Nachbarn und Bekannten eine fröhliche Fahrt vorhatten mit traurigem Ende", sagte Hannovers stellvertretender Stadtsuperintendent Thomas Höflich. Allein in einer einzigen Kirchengemeinde seien möglicherweise zehn Personen ums Leben gekommen, deren Namen am Sonntag im Gottesdienst verlesen würden. Die Hinterbliebenen würden seelsorgerlich betreut.
 

Die Identifizierung der Toten durch die Behörden dauert noch an. Auch der Kirche liegt eine Anmeldeliste des Busbetreibers vor, die noch ausgewertet werden müsse, sagte Höflich. Es hätten sich mehr Teilnehmer angemeldet, als letztlich mitgefahren seien. Unter den Opfern seien möglicherweise nicht nur alte Menschen. Offen sei noch, ob es eine gemeinsame Trauerfeier gebe.
 

Unmittelbar nach dem Unglück um 20.40 Uhr waren insgesamt elf evangelische und katholische Notfallseelsorger im Einsatz, sagte der leitende Notfallseelsorger für Hannover, Pastor Reinhard Feders (56). Sie hätten sowohl Rettungskräfte vor Ort als auch die Personen in den Einsatzleitungen, am Bürgertelefon und der Anlaufstelle für Angehörige betreut. Er selbst sei um 21.05 Uhr von der Feuerwehr alarmiert worden und umgehend zum Unglücksort gefahren, berichtete Feders.
 


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Ökumenische Trauerfeier am 10. November

Die Stadt Hannover und die christlichen Kirchen planen eine ökumenische Trauerfeier für die Hinterbliebenen und die Helfer. Sie findet am Montag, dem 10. November, um 18 Uhr in der evangelischen St. Johanniskirche im Stadtteil Misburg statt, kündigte Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) am Mittwoch an. Die verunglückten Reisenden stammten überwiegend aus dem östlichen Stadtteilen Hannovers. Außerhalb der Kirche soll die Feier per Lautsprecher zu hören sein.