Calvin-Gedenkjahr 2009

Nachricht 04. November 2008

(epd). Das Calvin-Gedenken im nächsten Jahr soll nicht in Konkurrenz zur Lutherdekade treten. Der Schweizer Reformator Johannes Calvin (1509-1564) werde auch nicht als «neuer Heiliger» dargestellt, sagte Achim Detmers, der die deutschen Vorhaben zum Calvin-Jahr koordiniert, am Dienstag in Bremen. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Union Evangelischer Kirchen (UEK) und der Reformierte Bund erinnern im nächsten Jahr an den 500. Geburtstag des Schweizer Reformators.

Im September wurde in Wittenberg die Lutherdekade eröffnet, die auf das 500. Reformationsjubiläum 2017 hinweist, das sich an an Martin Luthers (1483-1546) Thesenanschlag 1517 orientiert. Detmers will das Negativimage Calvins bekämpfen und setzt dabei nach eigenen Worten auf einen Überraschungseffekt. Die Sicht allein auf die dunklen Seiten des Reformators sei weitgehend unbegründet, sagte Detmers am Rande er EKD-Synode. Wegen seiner Kompromisslosigkeit in Glaubensfragen galt Calvin als «Despot aus Genf».

Für das Calvin-Jahr sind unter anderem eine Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin und ein Fernsehfilm für den Sender Arte geplant. Auch soll eine Sonderbriefmarke erscheinen. Unterrichtsmaterialien für Lehrer und eine Wanderausstellung für Gemeinden sollen dazu beitragen, den Reformator Calvin bekannter machen. Auch ein Online-Spiel (http://spiel.calvin.de/) wurde entwickelt.

Höhepunkt sind die Feierlichkeiten an Calvins 500. Geburtstag, dem 10. Juli 2009. An diesem Tag sollen soll auch ein Calvin-Festtag in Berlin begangen werden. International war das Gedenkjahr zur Erinnerung an Calvin bereits am Sonntag in Genf vom Reformierten Weltbund und den Schweizer Kirchen eröffnet worden. Ein Schwerpunkt der Feiern in Europa liegt ferner in den Niederlanden mit ihrer reformierten Kirchentradition.

Der Humanist, Jurist und Theologe Calvin zählt zur sogenannten zweiten Welle der spätmittelalterlichen Reformatoren. Er ist zwar nicht der Urheber reformatorischer Theologie, gilt aber als einer der prägendsten Systematiker der christlichen Kirchenlehre des 16. Jahrhunderts. Kein Theologe hat das protestantische Christentum neben und nach Martin Luther (1483-1546) weltweit so tiefgreifend geprägt wie Calvin, sind sich Kirchengeschichtler einig. Calvin starb am 27. Mai 1564 im Alter von 54 Jahren in Genf.

Internet: www.calvin.de; www.calvin09.org

Copyright: www.epd-niedersachsen-bremen.de