Landesbischöfin: Halloween ist totaler Kommerz

Nachricht 31. Oktober 2008

Hannover (epd). Das Gruselfest "Halloween" ist nach Ansicht der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann "totaler Kommerz". Das Fest, das am 31. Oktober, dem Reformationstag, gefeiert werde, sei ein konstruierter Geisterkult aus den USA, sagte Käßmann in einem Interview der in Hannover erscheinenden Neuen Presse (Freitagausgabe): "Er ist schon deshalb anti-reformatorisch, weil Martin Luther ja gerade gegen die Angst vor Geistern und Dämonen angetreten ist." Dagegen sei der Reformationstag ein wichtiger Tag für Deutschland: "Die Reformation wird weltweit als ein historisches Ereignis begriffen."

Der Protestantismus sei auch keine Spaßbremse, sagte Käßmann weiter. Luther habe gesagt, das Evangelium könne nur mit Humor gepredigt werden: "Für mich ist der evangelische Glaube geradezu Voraussetzung für Lebensfreude." Die Themen der Reformation wie die Frage nach der Freiheit des Einzelnen seien auch nach fast 500 Jahren noch aktuell.

Als Problem bezeichnete die Bischöfin der mit mehr als drei Millionen Mitgliedern größten evangelischen Landeskirche in Deutschland die "Karnevalisierung der Gesellschaft". Alles werde dem Konsum und dem Geld untergeordnet: "Ich kann mir gut vorstellen, dass Luther dagegen heute wettern würde."

Zu dem Kult um den Kürbis an Halloween sagte Käßmann, ein Kürbis in der Wohnung schade sicher nicht: "Auch als Christen mögen wir doch herbstliche Dekorationen und Früchte - wir erfreuen uns an jedem Erntedankfest daran."

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