Landesbischöfin kritisiert Chef des Ifo-Instituts

Nachricht 27. Oktober 2008

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat den Präsidenten des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, für seinen Vergleich von Managern und Juden kritisiert. Sie kenne Sinn als klugen Mann, sagte Käßmann der in Hannover erscheinenden Neuen Presse (Montagausgabe). Ihr sei unverständlich, wie jemand den menschenverachtenden und zerstörerischen Antijudaismus in Verbindung mit den Verantwortlichen in der Bankenkrise bringen könne.

Hans-Werner Sinn hatte in einem Interview gesagt, in jeder Krise werde nach Schuldigen und Sündenböcken gesucht. In der Weltwirtschaftskrise von 1929 habe es in Deutschland die Juden getroffen, heute seien es die Manager. Käßmann sagte, die Juden seien die Opfer gewesen. Dagegen werde bei den Banken zu Recht nach Verantwortlichen gefragt: "Es ist unverantwortlich, da irgendeinen Vergleich zu ziehen." Der Vorsitzende des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst sprach von einem "selten dämlichen Vergleich".


(epd Niedersachsen-Bremen/b2957/27.10.08)
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