Sammler will fast 500 Kinderbibeln an Institut übergeben

Nachricht 24. Oktober 2008

Hannover/Frankfurt a.M. (epd). Die vermutlich größte private Sammlung von Kinderbibeln soll Anfang November an das Institut für Jugendbuchforschung der Universität Frankfurt am Main übergeben werden. Der Ruhestandspastor Reinmar Tschirch aus Hannover hat 468 Kinderbibeln zusammengetragen. Zu den ältesten Exemplaren zähle die "Auswahl biblischer Erzählungen für die erste Jugend", sagte Tschirch der am Wochenende in Hannover erscheinenden Evangelischen Zeitung.

Das Buch von Heinrich Philipp Conrad Henke sei 1794 in Leipzig gedruckt worden. Es wurde 1802 zur "Belohnung des Fleißes und der guten Sitten" an einen Johannes Berg verschenkt. Tschirchs Sammlung umfasst ganze Bibeln oder auch einzelne biblische Geschichten. Sie erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sagte der 76-jährige Theologe, der bereits 1994 über Kinderbibeln promoviert hat.

Die Spanne reicht von dem Exemplar von 1794, das er für "furchtbar theoretisch und moralisch" hält, bis hin zu Bibel-Comics und einer interaktiven Computerbibel auf CD-Rom. Zudem ist eine Koran-Ausgabe für Kinder und Erwachsene unter den Stücken. Gute Bibelausgaben für junge Menschen habe es bereits im 19. Jahrhundert gegeben, sagte Tschirch. Ein Beispiel sei die "Biblische Geschichte für die Jugend, bearbeitet von Johann Peter Hebel" aus dem Jahr 1824. Sie weise "eine Sprache von großer symbolischer Tiefe" auf.

Tschirchs Doktorarbeit ist unter dem Titel "Bibel für Kinder" im Kohlhammer Verlag erschienen. Zudem ist er Autor zahlreicher religionspädagogischer Bücher. "Der religiöse Bereich der Kinder- und Jugendbuchforschung wurde bisher sehr vernachlässigt", sagte der frühere Dozent der evangelischen Fachhochschule für Sozialpädagogik des Stephansstiftes in Hannover. Das Institut für Jugendbuchforschung hat nach eigenen Angaben zum größten Teil auf Stiftungen basierende, umfangreiche Kinder- und Jugendbuch-Sammlungen aufgebaut.


(epd Niedersachsen-Bremen/b2933/24.10.08)
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