Klosterstätte Ihlow erhält einen Altar

Nachricht 17. Oktober 2008

Aurich (epd). Das in der Reformationszeit zerstörte Zisterzienser-Klosters Ihlow bei Aurich hat einen neuen Altar bekommen. Im Ihlower Forst entsteht für mehr als drei Millionen Euro eine Nachbildung des größten Sakralbaus des Mittelalters zwischen Bremen und Groningen. Am Freitag präsentierte der Bremer Bildhauer Gunther Gerlach den Altar der Klosterstätte erstmals öffentlich. Gerlach habe ihn als hölzernen Tisch gestaltet, der von einer Bronzeplastik gestützt werde, teilte der Geschäftsführer der Klosterstätte, Pastor Oliver Vorwald, mit.

Die Holz-Stahl-Konstruktion wird den Angaben zufolge mit ihrem Dachreiter eine Höhe von 45 Metern erreichen. Die Klosterstätte soll im Mai kommenden Jahres eröffnet werden. Das 1228 gegründete Kloster wurde Vorwald zufolge als Tochterkloster des Klosters Aduard bei Groningen gebaut und während der Reformationszeit 1529 wieder aufgegeben. Um 1533 ließ Graf Balthasar von Esens die Kirche untergraben und einstürzen, um die Ziegel für den Bau eines Jagdschlosses verwenden zu können.

Der neue Ihlower Altar steht im "Raum der Spurensuche" unterhalb der ehemaligen Klosterkirche. Dort sind laut Vorwald noch historische Pfeiler- und Mauer-Fundamente zu sehen. Der ursprüngliche Altar des Klosters befindet sich seit dem 16. Jahrhundert in der Lamberti-Kirche in Aurich.

Träger des laut Vorwald europaweit einmaligen Ihlow-Projektes ist ein Förderverein in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ihlow und dem evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Aurich. Das Projekt wird unter anderem von der Europäischen Union, dem Land Niedersachsen, der Landeskirche Hannovers, dem Bistum Hildesheim sowie von Stiftungen gefördert.

Internet: www.kloster-ihlow.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b2882/17.10.08)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen