Vizepräsident de Vries: Wirtschaft braucht Verantwortung

Nachricht 17. Oktober 2008

Hannover (epd). Der Geistliche Vizepräsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Arend de Vries, fordert mit Blick auf die weltweite Finanzkrise ein nachhaltiges Wirtschaften. Der schnelle Profit dürfe nicht das alleinige Ziel sein, schreibt de Vries in einem Beitrag der zum Wochenende in Hannover erscheinenden Evangelischen Zeitung. Vertrauen könne nur dann entstehen, wenn "Verantwortung für unsere Zukunft und das Ziel einer gerechten Welt das Handeln der Finanzmanager leitet".

Er halte die meisten Finanzmanager persönlich für sehr integer, schreibt de Vries. Jedoch sei die Versuchung sehr groß, "um des schnellen Gewinns und der Börsennotierung willen eigene ethische Grundsätze zu verlassen".

Es sei nicht hinzunehmen, dass die Folgen der Finanzkrise die Arbeiter in den Entwicklungsländern, die Rentnerinnen in den USA und die Arbeiter am Band tragen müssten, während Manager, die versagt hätten, noch eine Abfindung erhielten. Darüber, dass die Vertreter einer Wirtschaftspolitik, die stets vor staatlicher Regulierung gewarnt habe, jetzt erwarteten, dass der Staat und damit die Steuerzahler die Folgen des Fiaskos tragen, könne er nur ungläubig staunen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2878/17.10.08)
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