Ausländische Bischöfe beraten evangelisches Missionswerk

Nachricht 15. Oktober 2008

Hermannsburg/Kr. Celle (epd). Mehr als 20 Bischöfe, Kirchenpräsidenten und weitere Delegierte aus neun Ländern haben bei einer Konferenz in Hermannsburg bei Celle über die Zukunft des Evangelisch-lutherischen Missionswerks in Niedersachsen beraten. Angesichts von massiven Zuschusskürzungen durch die Träger des Werkes hätten die ausländischen Partnerkirchen ihre Wünsche für die Zusammenarbeit benannt, sagte Missions-Sprecher Klaus Hampe am Dienstag. Das Missionswerk mit Kontakten in 19 außereuropäische Kirchen muss bis 2010 mehr als drei Millionen Euro einsparen.

Die Partnerkirchen wünschten weiter einen Personalaustausch mit dem Missionswerk, sagte Hampe. Das Werk in Hermannsburg hat zurzeit rund 40 Pastorinnen und Pastoren sowie weitere Mitarbeitende in seine Partnerkirchen entsandt. Die ursprünglich durch christliche Mission aus europäischen Ländern entstandenen Kirchen sähen sich heute als selbstständige und gleichberechtigte Partner an, sagte Hampe. Sie wünschten sich deshalb, dass im gleichen Maße wie deutsche Pastoren Aufgaben in Ländern wie Afrika oder Indien übernähmen, auch ihre Theologen nach Deutschland kommen sollten.

Die Vorschläge seien weitreichend und würden erhebliche Änderungen bedeuten, sagte Hampe. Der Missionsausschuss aus den Trägerkirchen und Unterstützergruppen werde darüber beraten. Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann sagte den Angaben zufolge, dass es in Afrika inzwischen Kirchen gibt, die mehr Mitglieder hätten als die deutschen Kirchen, aus denen sie hervorgangen seien. Die Zusammenarbeit von zwei Milliarden Christen habe eine wichtige Funktion in der Weltgemeinschaft.

Auch über die Auswahl der Theologen, die aus Deutschland kommen, wollen die Vertreter der Partnerkirchen stärker selbst entscheiden. Sie empfehlen in ihrem Papier, die theologische Ausbildung international besser zu vernetzen. Zudem erwarteten sie vom Missionswerk und seinen Trägerkirchen, dass sie helfen, die Demokratie in ihren Ländern zu stärken. Die Gäste kamen unter anderem aus Südafrika, Botswana, Äthiopien, Peru und Indien. Mehr als bisher wollten sie sich gemeinsam gegen Fremdenhass, ungerechte Handelspolitik und Kinderarbeit engagieren, hieß es.


(epd Niedersachsen-Bremen/b2849/14.10.08)
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