Landesbischöfin ermutigt Studierende zu ganzheitlicher Bildung

Nachricht 13. Oktober 2008

Göttingen (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat die Studienanfänger an den Hochschulen zu Semesterbeginn dazu aufgerufen, sich ganzheitlich zu bilden. Bildung dürfe nicht nur eine Anhäufung von Wissen sein, sagte Käßmann am Montag bei einer Immatrikulationsfeier an der Göttinger Universität vor rund 1.000 Studierenden: "Da greift die Pisastudie meines Erachtens zu kurz."

Es müsse auch immer darum gehen, emotionale Kompetenz zu erlangen, sagte Käßmann. Dazu gehöre, die Fantasie und Kreativität genauso zu fördern wie die künstlerische Bildung. Ziel eines Studiums sei deshalb vor allem auch, die Fähigkeit zu erwerben, sachgerecht urteilen zu können. Die Bildung sei zwar ein Menschenrecht, aber nur eine Minderheit in der Welt habe die Chance, dies auch wahrzunehmen.

Bildung kann Käßmann zufolge nur über Orientierung und Auseinandersetzung erfolgen: "Wem kein Widerstand geboten wird, der bleibt konturlos und kann seine Persönlichkeit nicht profilieren." Für die Selbstfindung sei der bewusste Umgang mit den eigenen Gefühlen unerlässlich. Für das Zusammenleben mit anderen Menschen müsse vor allem Achtung vor allem Lebendigen eingeübt werden.

Die Bischöfin wünschte den angehenden Studenten Lust am Studium sowie die Freiheit, ihre persönlichen Gaben zu entfalten und die Neugier, Grenzen zu überschreiten: "Dass es bei allem Leistungsdruck auch einfach Freude macht, zu lesen und zu hören, zu sehen und zu denken."


(epd Niedersachsen-Bremen/b2848/13.10.08)
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