Landesbischöfin ruft zu Engagement für den Frieden auf

Nachricht 12. Oktober 2008

Dresden/Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat dazu aufgerufen, sich einzumischen und mit friedlichen Mitteln gegen Gewalt, Ungerechtigkeit und Krieg einzutreten. Dazu könne jeder seinen Beitrag leisten, sagte die evangelische Bischöfin am Sonntag in einer Predigt in der Frauenkirche in Dresden: "Das haben viele Menschen doch gerade in Dresden erlebt." Ebenso wie in Leipzig und Ostberlin seien sie dort 1989 bei den Demonstrationen der friedlichen Revolution auf die Straße gegangen.

Vorbilder sind nach Ansicht der Bischöfin Menschen, die Gottes Friedensliebe sichtbar machten. Im Rückblick würden nicht Diktatoren wie Stalin, Hitler oder Pol Pot verehrt, sondern Menschen, mit Friedensvisionen. Zu ihnen gehörten zum Beispiel der amerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King, die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi aus Birma oder der ehemalige südafrikanische Staatspräsident Nelson Mandela.

Auch die Nachbarin, die auf ein Kind achte, sei ein Vorbild, sagte die Bischöfin weiter. Andere Beispiele seien der Pfarrer, der die Hand eines Sterbenden halte, oder die junge Frau, die gegen den Aufmarsch von Neonazis mit einer Blume in der Hand demonstriere.

"Die Kirche ist immer dann in die Irre gegangen, wenn sie Gewalt und Unrecht verteidigt hat", sagte Käßmann. Doch Christen seien auch immer wieder für Frieden und Gerechtigkeit aufgestanden. So gebe es viele Beispiele dafür, wie Menschen aus religiösen Motiven heraus in Konflikten vermittelten. "Die Öffentlichkeit muss endlich auch sehen, was an mühseliger Friedensarbeit geleistet wird."

(epd Niedersachsen-Bremen/b2330/12.10.08)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen