Kirche und Tourismus werben gemeinsam für Pilgerwege

Nachricht 10. Oktober 2008

Bremen/Osnabrück (epd). Kirche und Tourismus werben gemeinsam für die historischen Routen der Pilger zwischen Bremen und Osnabrück, die zum Jakobsweg ins spanische Santiago de Compostela gehören. Immer mehr Menschen wanderten auf den alten Strecken, weil sie eine andere Form des Urlaubs suchten, sagte Pilgerführerin Anne Schneider am Donnerstag in Bremen. "Viele wollen eine Auszeit fernab vom Alltagsstress." Martina Ziesing von der Bremer Touristik-Zentrale sagte, Pilgern sei schick geworden.

Der Pilgerweg zwischen Bremen und Osnabrück ist etwa 190 Kilometer lang. Er sei nach dreijähriger Forschungsarbeit eröffnet worden, sagte Koordinator Axel Fahl-Dreger, der auch Direktor des Zeughausmuseums in Vechta ist. "Überliefert waren nur Ortsnamen - die Strecke mussten wir rekonstruieren." Sie folgt Fahl-Dreger zufolge in der Regel einer alten Handelsroute, die von Bremen aus als "Geestweg" und hinter Wildeshausen als "Pickerweg" ausgeschildert ist. Bereits im Mai erschien für diesen Abschnitt im Kölner Bachem-Verlag ein Pilgerführer.

Das Buch informiert in zehn Etappen auch über preiswerte Herbergen und Sehenswürdigkeiten. Drei evangelische Kirchengemeinden haben überdies ein Faltblatt entwickelt, das Tipps für ein Wochenendpilgern südlich von Bremen gibt. "Das ist ein Schnupper-Pilgerweg, ein Spaziergang für die Seele", warb der Harpstedter Pastor Gunnar Schulz-Achelis.

Der Pilgerführer "Jakobswege - Wege der Jakobspilger in Bremen und Niedersachsen" (Band 7) umfasst 192 Seiten, hat 36 Rad- und Wanderkarten und kostet 12.95 Euro. Der Abschnitt von Bremen nach Osnabrück ist ein Teilstück des insgesamt 2.759 Kilometer messenden sogenannten "Baltisch-Westfälischen Jakobsweges". Er beginnt im Baltikum und führt über Greifswald, Rostock, Lübeck, Hamburg, Bremen und Osnabrück nach Münster. Von dort geht es weiter in Richtung Köln und Aachen, wo die Strecke auf eine Route nach Belgien und Frankreich trifft.

In Santiago de Compostela soll sich das Grab des Apostels Jakobus des Älteren befinden, das jährlich Zehntausende von Pilgern besuchen. Der Kult um Jakobus führt in das neunte Jahrhundert zurück. Damals wurden in Santiago de Compostela Gebeine gefunden, die dem Apostel zugeschrieben wurden. Santiago wurde daraufhin nach Rom und Jerusalem das drittwichtigste Pilgerziel europäischer Christen, die auch heute noch im Zeichen der Jakobsmuschel unterwegs sind. Das Wegenetz der Pilger umfasste in Europa früher rund 100.000 Kilometer.

www.jakobsweg-norddeutschland.de

www.jakobus-info.de


(epd Niedersachsen-Bremen/b2826/09.10.08)
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