"Bücherpfarrer" Martin Weskott erhält Preusker-Medaille

Nachricht 09. Oktober 2008

Northeim/Berlin (epd). Der evangelische "Bücherpfarrer" Martin Weskott aus Katlenburg bei Northeim erhält am 24. Oktober die Karl-Preusker-Medaille der Deutschen Literaturkonferenz. Mit dem nicht dotierten Preis würden Weskotts Verdienste um die Sammlung und Erhaltung von ausgesonderten und zur Vernichtung bestimmten Büchern gewürdigt, teilte die Vereinigung am Mittwoch in Berlin mit: "Martin Weskott hat der schlichten Wahrheit, dass Bücher nicht auf den Müll gehören, Geltung verschafft."

Weskott, der auch schon mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, rettet seit fast 20 Jahren Bücher vor der Vernichtung. Zunächst brachte er Werke, die von DDR-Verlagen nach der Wiedervereinigung weggeworfen worden waren und zum Teil auf Müllkippen landeten, aus Ostdeutschland nach Katlenburg. Inzwischen bekommt er von vielen Verlagen nicht verkäufliche Bände zugeschickt. In einer alten Klosteranlage halten er und seine Mitarbeiter zurzeit rund 50.000 Exemplare bereit. Bei Bücherbasaren gibt Weskott die Bücher an Interessierte weiter.

Die Deutsche Literaturkonferenz ist ein Dachverband von rund 20 Organisationen, darunter das P.E.N.-Zentrum Deutschland, der Verband deutscher Schriftsteller und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Die Medaille wird seit 1995 jedes Jahr an Personen oder Institutionen vergeben, die sich um das Lesen verdient machen. Sie erinnert an Karl Benjamin Preusker (1786-1871), der 1828 im sächsischen Großenhain die erste öffentliche Bibliothek eröffnete.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2819/08.10.08)
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