Der Glaube ist vielen Norddeutschen fremd geworden

Nachricht 06. Oktober 2008

Walsrode (idea). Der christliche Glaube ist vielen Menschen in Norddeutschland fremd geworden. Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers steht daher vor einer großen missionarischen Herausforderung. Das sagte Oberlandeskirchenrat Hans Christian Brandy (Hannover) bei der Einführung des neuen Direktors des Geistlichen Rüstzentrums Krelingen (bei Walsrode), Pastor Martin Westerheide.

Vor rund 1.000 Besuchern des Krelinger Freundestages begrüßte es Brandy, dass das Rüstzentrum als freies Werk in der Landeskirche helfe, Menschen zeitgemäß zum Glauben und zu einer verantwortlichen Frömmigkeit einzuladen. Das größte pietistische Werk Norddeutschlands sei „eine wichtige Stimme in unserer Kirche“.

Der 54-jähirge Westerheide hat am 1. September sein Amt als Nachfolger von Pastor Kai-Uwe Schroeter angetreten, der nach fast vier Jahren ein Pfarramt in Osnabrück übernahm. Westerheide, der sein Theologiestudium in Krelingen begann, war zuletzt 13 Jahre lang Rektor der Diakonie-Gemeinschaft Puschendorf (Mittelfranken). Zuvor war er 13 Jahre Gemeindepfarrer in Extertal-Silixen bei Bielefeld. Neben seinem Pfarramt war er von 1988 bis 1992 Generalsekretär der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“. Seit 1998 ist er Mitglied im Vertrauensrat (Leitung) der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD) im Diakonischen Werk der EKD. Der Theologe ist verheiratet mit Ulrike, die ebenfalls Pfarrerin ist. Sie haben vier Kinder im Alter zwischen 20 und 28 Jahren.

Westerheide ist nach dem Gründer des Rüstzentrums, Heinrich Kemner (1903-1993), Wilfried Reuter (Amtszeit 1994-2004) und Schroeter der vierte Leiter des 1965 gegründeten Werks. Auf dem 24 Hektar großen Gelände befinden sich ein theologisches Studienzentrum, ein Freizeit- und Tagungszentrum, eine Veranstaltungshalle, Betriebe, Werkstätten, eine Seniorenwohnanlage sowie eine berufliche Rehabilitation und Sucht-Nachsorge für Menschen mit psychischen Problemen. Wie Westerheide gegenüber idea sagte, wünsche er sich, dass das Rüstzentrum ein „Leuchtfeuer“ der evangelikal-pietistischen Bewegung in Norddeutschland bleibe. Er wolle die Arbeit des Werks in dem Geiste fortführen, der auch seine Vorgänger angetrieben habe. In der Studienarbeit für angehende Theologen übernehme das Rüstzentrum Verantwortung für die Verkündigung von morgen. Im diakonischen Dienst sowie in der Gästearbeit wolle man dazu beitragen, dass Menschen „an Leib und Seele gesund“ leben könnten.

In seiner Predigt wies Westerheide darauf hin, dass Gottes Wege nicht immer glatt seien. Manchmal gehe es - wie beim Auszug des Volkes Israel aus Ägypten – auch durch „Sumpfgebiete“ mit Zweifeln und Anfechtungen. Aber Gott führe seine Menschen ans Ziel. Pastor Wilfried Reuter (Reichelsheim), einer der Vorgänger Westerheides in Krelingen, sagte gegenüber idea, das Rüstzentrum habe die Aufgabe, die Nachfolge im Glauben zu stärken, in der Evangelisation zum Glauben einzuladen und in der Diakonie sich der Schwachen und Bedürftigen anzunehmen.


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