Landesbischöfin Käßmann fordert Engagement im Kampf gegen Armut

Nachricht 04. Oktober 2008

Hannover (epd). Die hannoversche Bischöfin Margot Käßmann fordert ein breites gesellschaftliches Engagement im Kampf gegen Armut in Entwicklungsländern. Politiker und Manager müssten verstärkt das Leben der Menschen in armen Staaten in den Blick nehmen, schreibt die evangelische Theologin in einem Beitrag für das evangelische Monatsmagazin "chrismon" (Oktober-Ausgabe): "Aber ich denke, auch als Einzelne können wir zumindest kleine Schritte gehen." Als Beispiel nannte die Bischöfin den Kauf fair gehandelter Waren und die Unterstützung von Entwicklungsprojekten.

Die Bischöfin äußerte sich besorgt über die weltweite Nahrungsmittelkrise. In diesem Zusammenhang kritisierte sie auch den Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung: "Nun wird auch in Brasilien Mais für Bioenergie angebaut, während Menschen im Land hungern." Gleichzeitig werde in einer Stadt wie Wien jeden Tag ebenso viel Brot vernichtet wie gegessen: "Da klingt das Gebet 'Unser täglich Brot gib uns heute' geradezu zynisch."

Käßmann beklagte, wer sich für Gerechtigkeit einesetze, werde oft als naiver Gutmensch abgetan, der begreifen müsse, dass Märkte die Welt beherrschten. Dies sei eine "entsetzlich resignative Haltung": "Es sind doch Menschen, die Märkte gestalten, und es kann nicht nur Weltwirtschaft alles beherrschen, es muss doch auch so etwas wie Weltethik geben."

(epd Niedersachsen-Bremen/b2784/04.10.08)
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