Erntedankfest am Sonntag

Nachricht 03. Oktober 2008

„Solange die Erde steht, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“

Äpfel, Getreide, Gurken, Sonnenblumen, Tomaten und Zucchini – in jedem Jahr ist der Erntealtar in den evangelischen Kirchen reich gedeckt. Hinzu kommen Brot und Wein. In vielen Gemeinden wird eine Erntekrone geflochten und in der Kirche platziert. Einige Gemeinden gestalten ein Erntebild aus Körnern, Samen, Nüssen und Blumen.

Das Erntedankfest wird zumeist am ersten Sonntag im Oktober mit einem bunten Gottesdienst gefeiert. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht der Dank an Gott, den Schöpfer. Die Ernte in der Landwirtschaft und im häuslichen Garten wird als ein Zeichen des Segens Gottes verstanden, der die menschlichen Bemühungen in Garten und Feld krönt.

Allen Religionen gemeinsam ist, dass sie die Frucht der Erde und der menschli-chen Arbeit als Geschenk Gottes betrachten. Im ersten Buch der Bibel (1. Buch Mose/Genesis) wird berichtet, dass Kain ein Opfer von den Früchten des Feldes und Abel ein Opfer von den Erstlingen seiner Herde brachte. Im späteren Juden-tum gab es zwei Erntefeste: das Wochenfest als Getreide-Erntefest und das Laubhüttenfest als Weinfest und allgemeines Erntefest.

Das christliche Erntedankfest ist ein beweglicher Festtag im Jahreskreis. Seine Feier ist seit dem dritten Jahrhundert belegt. In den evangelischen Gemeinden ist es der auf den Michaelistag (29. September) folgende Sonntag, wie es in Preußen 1773 eingeführt wurde. In der katholischen Kirche wurde 1972 der erste Sonntag im Oktober als Erntedankfest bestimmt. Ein weltweit einheitlicher Ter-min existiert nicht. Ihn kann es nicht geben, weil der Zeitpunkt des Ernteendes nach Klimazonen unterschiedlich fällt.

„Solange die Erde steht, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“ (1. Mose 8, 22), gab Gott Noah als Ver-sprechen. Der Mensch hat die Schöpfung nicht unter Kontrolle. Er kann Wachs-tum und Gedeihen lenken aber nicht garantieren.

In der Regel sind die Erntegaben auf dem Altar Geschenke aus der Gemeinde, ein Zeichen dafür, dass sie als Geschenke Gottes verstanden werden. Nach dem Gottesdienst werden sie für einen guten Zweck verkauft, oder an Altersheime, Kindergärten etc. weiter gegeben.
Die Kollekten der Erntedank-Gottesdienste gehen zudem an Hilfsorganisationen wie etwa „Brot für die Welt“.

Außerdem erstellt der Kirchliche Dienst auf dem Lande in jedem Jahr ein besonderes Themenheft zum Erntedankfest.
(www.kirchliche-dienste.de/fachgebiete/index.php?fachgebiet=15)