Kirche kritisiert weihnachtlichen Handel im Herbst

Nachricht 29. September 2008


Hannover (epd). Mit Großplakaten wendet sich die evangelische Kirche bundesweit gegen den Handel mit Weihnachtsartikeln im Herbst. "Ich bin keine Spaßverderberin, aber ich wehre mich gegen eine Winter-Wohlfühl-Weihnachtszeit mit Christstollen, Sternenglitzer, Weihnachtsliedern und Lebkuchen von August bis Januar", sagte die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann bei der Enthüllung des ersten Großplakates am Montag an der Marktkirche in Hannover.

Die Plakate zeigen einen grünen Zweig mit einem reifen Apfel, neben dem eine rote Christbaumkugel hängt. Jetzt sei die Zeit der grünen Apfel und nicht die Zeit der roten Christbaumkugeln, sagte die Bischöfin: "Es ist noch eine lange hin bis zum Advent. Erst feiern wir noch das Erntedankfest, und dann kommt die stille Zeit der Trauer." Wenn schon im September die Geschäfte weihnachtlich geschmückt würden, werde das Christfest kommerzialisiert, und die Rituale gerieten durcheinander.

"Im Grunde wird der Inhalt der Adventszeit auf den Kopf gestellt", sagte Käßmann. "Es ist absurd, wenn es vor dem vierten Advent in den Geschäften schon keinen Spekulatius mehr gibt." Ein zentrales Anliegen sei es, dass die Weihnachtsmärkte nicht schon vor dem Ewigkeitssonntag öffneten. Die Großplakate sollen allen evangelischen Landeskirchen in Deutschland zur Verfügung gestellt werden. Weitere Motive sollen im November folgen.

Die Initiative "Alles hat seine Zeit - Advent ist im Dezember" wurde 2001 von Käßmann gestartet und wird seit 2004 von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) getragen. Die Aktion habe in den vergangenen Jahren schon viel erreicht, sagte Käßmann: "Die Sensibilität für dieses Thema ist gestiegen, und viele haben ihr Kaufverhalten verändert." In Hannover werde der Weihnachtsmarkt inzwischen erst nach dem Ewigkeitssonntag Ende November eröffnet.


(epd Niedersachsen-Bremen/b2738/29.09.08)
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