Verständigung mit Katholiken über Luther?

Nachricht 27. September 2008

Deutsche Bischofskonferenz will sich an Lutherdekade beteiligen

Fulda (idea). Die Ökumene wird einen großen Schritt nach vorn machen, wenn es im Blick auf das 500-jährige Reformationsjubiläum 2017 gelingt, „gemeinsam das Reformanliegen der Reformation zu würdigen und zu einem gemeinsamen Lutherverständnis zu kommen“.

Das erklärte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg), am 26. September in Fulda zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz. Der Vorsitzende ihrer Ökumene-Kommission, Bischof Gerhard Ludwig Müller (Regensburg), kündigte an, dass sich die katholische Kirche mit verschiedenen Initiativen und Projekten an der Luther-Dekade beteiligen werde. Diese sollten die ökumenische Dimension der Reformation fördern, das Reformationsgeschehen in universal-kirchlicher Perspektive beleuchten und auf den gesamten Gang der Kirchengeschichte beziehen. Martin Luther (1483-1546) hatte am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen, in denen er unter anderem besonders den Ablasshandel der katholischen Kirche kritisierte. Dieses Ereignis gilt als Beginn der Reformation. Luther wurde vom Vatikan als Irrlehrer verbannt.

Zollitsch kündigte jetzt auch eine Fortsetzung des theologischen Gesprächs mit der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) an. Fünf Jahre will man sich Zeit nehmen für das Thema „Gott und die Würde des Menschen.“ Die Teilnehmer des Dialogs sollen noch benannt werden. Die bisherigen theologischen Gespräche zwischen beiden Kirchen befassten sich mit den Themen „Kirchengemeinschaft in Wort und Sakrament“ sowie „Communio sanctorum“ (Gemeinschaft der Heiligen). Die Ergebnisse wurden 1984 bzw. 2000 veröffentlicht. Dazu erklärte Zollitsch: „Beide Kirchen wissen sich einig in dem Bemühen, am Ziel der kirchlichen Einheit festzuhalten und wollen sich auch in strittigen gesellschaftlichen Fragen über gemeinsame Positionen verständigen.“

Außerdem kündigte er für den 4. Dezember in Berlin einen von der Bischofskonferenz und der EKD gemeinsam veranstalteten Kongress zur Bedeutung der religiösen Bildung in Schule und Gesellschaft an. Damit soll auch die laufende Unterschriftenaktion von „Pro Reli“ für einen Volksentscheid zugunsten eines Wahlpflichtfachs Religion/Ethik in Berlin unterstützt werden. Wieder aufnehmen will die Bischofskonferenz auch die theologischen Gespräche mit dem russisch-orthodoxen Patriarchat.


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