Landesbischöfin ermutigt zum Bibel- und Zeitungslesen

Nachricht 21. September 2008


Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat die Menschen dazu aufgerufen, sich ihren Glauben immer wieder neu zu erschließen. "Im Jahr 2017 werden wir das 500-jährige Reformationsjubiläum feiern, und uns liegt daran, dass wir die Menschen neu ermutigen: Lest selbst nach, bildet euch, geht euren Gewissensfragen nach mit der Bibel in der einen und der Zeitung in der anderen Hand", sagte Käßmann am Sonnabend in Wennigsen bei Hannover. Dies sei ein wesentlicher Beitrag, den die lutherische Kirche in die weltweite Ökumene einbringe.

Die Bischöfin der größten deutschen Landeskirche predigte in einem Festgottesdienst zum "Rittertag des Johanniter-Ordens". Sie dankte den Johannitern für ihr Engagement in der Gesellschaft. Es gehe immer wieder darum, eine Gesellschaft sichtbar zu machen, "in der die Barmherzigen und nicht die Durchsetzungsfähigen, die reinen Herzens sind und nicht die Gerissenen, die Friedfertigen und nicht die starken Krieger selig gesprochen werden", sagte Käßmann. Das achtspitzige weiße Johanniterkreuz erinnere daran, indem es auf die Seligpreisungen der Bergpredigt verweise.

Die Organisation der Johanniter trägt bundesweit die Arbeit der Johanniter-Unfall-Hilfe sowie Heime und Kliniken, eine Schwesternschaft und die Johanniter-Hilfsgemeinschaft, die im Inland und in Osteuropa tätig ist. Nach außen tritt der Orden nur selten in Erscheinung. Das Eintreten für den christlichen Glauben und die Hilfe für Kranke und Notleidende gehören nach Angaben der Johanniter in der Tradition des Ordens zusammen.

Die "Hannoversche Genossenschaft" ist mit etwa 330 Rittern die größte in der "Balley Brandenburg". Zu diesem Zusammenschluß der meisten evangelischen Johanniter in Europa zählen insgesamt 23 Genossenschaften. Der Orden ist aus dem Kampf gegen den Islam und der Eroberung Jerusalems durch die Kreuzritter 1099 hervorgegangen. Er bildete sich im Umkreis eines Pilgerspitals, das damals in Jerusalem bestand. Dort wie später in ihren Heimatländern kümmerten sich die Ritter um krankeMenschen. Der katholische Teil der Ordensgemeinschaft besteht unter dem Namen Malteserorden weiter.

Internet: www.johanniter.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b2653/21.09.08)
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