Jonah Sievers wird Landesrabbiner in Niedersachsen

Nachricht 20. September 2008

Hannover/Braunschweig (epd). Jonah Sievers (37), seit sechs Jahren Rabbiner in Braunschweig, wird neuer Landesrabbiner in Niedersachsen. Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden, der ältere von zwei Landesverbänden in Niedersachsen, wird ihn am Sonntag in der Synagoge in Hannover in sein neues Amt einführen, teilte der Vorsitzende Michael Fürst dem epd am Freitag mit. Die Stelle war nach dem Weggang von Henry G. Brandt 13 Jahre lang nicht besetzt.

Als Landesrabbiner, einer von vier Rabbinern in dem Verband, wird sich Sievers künftig als eine Art theologischer Experte um religiöse Fragen mit übergemeindlicher Bedeutung kümmern: um den Umgang mit Grabstätten oder koscheres Essen. Als eines seiner ersten Ziele nennt er die Einführung von Religionsunterricht für jüdische Schüler in Hannover. Die politische Arbeit bleibt dagegen in den Händen des Verbandsvorsitzenden Michael Fürst.

Zu dem Landesverband gehören 13 Gemeinden in Hannover, Braunschweig, Wolfsburg, Osnabrück, Göttingen, Hildesheim, Oldenburg, Delmenhorst, Hameln, Bückeburg und Bad Nenndorf mit zusammen rund 7.500 Mitgliedern. Die Zahl der Mitglieder ist vor allem durch Einwanderungen aus der ehemaligen Sowjetunion in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Nach internen Konflikten entstand 1997 zusätzlich der Landesverband Israelitischer Kultusgemeinden.

Sievers wurde 1971 in Hannover geboren. Sein wirtschaftswissenschaftliches Studium brach er nach dem Vordiplom ab. Stattdessen absolvierte er das Rabbiner-Studium in Heidelberg und am Leo-Baeck-College in London. Sein Spezialgebiet ist das jüdische Recht. Sievers engagiert sich als Mitglied und Geschäftsführer der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschlands. Unter anderem hat er am neuen Jüdischen Gebetbuch mitgearbeitet. Der neue Landesrabbiner ist verheiratet und hat zwei Töchter.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2637/19.09.08)
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