Rotenburger Werke entschuldigen sich bei Opfern

Nachricht 19. September 2008

Rotenburg (epd). Die Vorstandsvorsitzende der Rotenburger Werke, Jutta Wendland-Park, hat sich bei den Opfern von Kindesmisshandlungen in den Erziehungsheimen der Einrichtung in der Nachkriegszeit entschuldigt. "Wo immer Unrecht geschah, entschuldigen wir uns von ganzem Herzen", heißt es in einer Stellungnahme der Theologin von Freitag. Auch in den Rotenburger Werken habe es Fälle von Unrecht gegeben, die nicht verheimlicht werden sollten.

Die Rotenburger Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren solle in einem Buch zur Geschichte der Werke aufgearbeitet werden, kündigte Wendland-Park an. Damals sei der Rohrstock in mancher Volksschule noch ein probates Erziehungsmittel gewesen. In häufig zu großen Gruppen habe es eine strenge hierarchische Struktur gegeben und so gut wie keine Diskussionskultur. Das Personal sei oft kaum oder gar nicht ausgebildet gewesen.

Die Situation damals sei mit heute nicht vergleichbar, sagte Wendland-Park. Sie begrüßte die Studie "Gewalt und Unrecht in der Heimerziehung der 50er und 60er Jahre", mit der die Diakonie zurzeit den Alltag in den Heimen der Nachkriegszeit erforscht. Ausgangspunkt waren Berichte ehemaliger Heimkinder über Misshandlungen, Erniedrigungen und wirtschaftliche Ausbeutung in konfessionellen und staatlichen Heimen.

Am Montag war bekannt geworden, dass die Misshandlungen bis hin zu sexuellem Missbrauch reichten. Prügelstrafen und Schikanen seien in manchen Heimen an der Tagesordnung gewesen. Das Diakonische Werk der hannoverschen Landeskirche hat eine Telefon-Hotline für die Opfer geschaltet. Betroffene können sich werktags von 9 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 0511/3604-344 melden.

Internet: www.rotenburgerwerke.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b2644/19.09.08)
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