Landesbischöfin warnt vor Aushöhlung des Sonntagsschutzes

Nachricht 14. September 2008

Wolfsburg (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat davor gewarnt, den Sonntagsschutz auszuhöhlen. "Wenn die Gesellschaft die Feiertage nicht mehr kennt, an denen all das Rennen, Besorgen und Schaffen ruht, dann wird sie einem kollektiven Burn-out-Syndrom unterliegen", sagte die evangelische Bischöfin am Sonntag bei einem ökumenischen Kirchentag in Wolfsburg. Gerade Manager litten unter dem Burn-out-Syndrom, weil der Rhythmus von Schaffen und Ruhen zerstört werde.

In Wolfsburg sorgen derzeit die Ladenöffnungszeiten am Sonntag für Diskussionen. Rund 40 Geschäfte in einem Einkaufszentrum dürfen nach einer Sonderregelung des neuen niedersächsischen Ladenschlussgesetzes an bis zu 40 Sonntagen im Jahr öffnen, weil Teile der Innenstadt als "Ausflugsort" anerkannt sind.

"Wenn wir die Sonntage den Alltagen ganz gleich machen, alle Geschäfte öffnen, die Autos waschen und alles haben wie sonst, dann gibt es nur noch den Gleichklang von sieben Werktagen", sagte Käßman: "Die Abschaffung des Feiertags wird den gemeinsamen Rhythmus unserer Gesellschaft zerstören."

Die Wolfsburger Kirchentage standen unter dem Motto des biblischen Jesus-Wortes "Ich lebe. Auch ihr sollt leben". Sie hatten am Freitagabend mit einer "Langen Nacht der Kirchen" begonnen, in der zwölf Kirchen bis Mitternacht geöffnet waren. Veranstalter war die Wolfsburger Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen, in der sich vor allem die römisch-katholische Kirche, die evangelisch-lutherischen Gemeinden und einige freikirchliche Gemeinden engagieren.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2567/14.09.08)

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