Landessuperintendent Klahr zieht positives Resümee

Nachricht 12. September 2008

Aurich (epd). Landessuperintendent Detlef Klahr hat nach seinem ersten Amtsjahr als Regionalbischof im evangelisch-lutherischen Sprengel Ostfriesland ein positives Resümee gezogen. "Mehr als 80 Prozent der Menschen in der Region sind Christen. Das ist ein großer Schatz des Glaubens", sagte Klahr in einem epd-Gespräch in Aurich. An diesem Sonnabend feiert der Theologe seinen 51. Geburtstag.

Insbesondere der 5. Ostfriesische Kirchentag im Juli in Norden habe ihm deutlich gemacht, wie sehr die Kirche bei den Menschen verwurzelt ist. "Das war ein großes Glaubensfest und hat gezeigt, dass die Kirche ein Teil der Gesellschaft ist", betonte Klahr. Besonders gefreut habe er sich über das Engagement der Lutheraner aus dem Emsland, die erst seit dem Sommer vergangenen Jahres zum Sprengel gehören.

"Die evangelische Stimme darf nicht nur leise im Hintergrund zu hören sein", sagte der promovierte Kirchenhistoriker. Darum müssten die in der Kirche handelnden Personen wissen, was die Menschen bewegt. Dazu gehörten in Ostfriesland ganz sicher die Milchpreise, das Dioxin auf den Emswiesen und die Situation auf dem Arbeitsmarkt.

In seinem ersten Jahr habe er sich das Arbeitsthema "Jugend" vorgenommen, sagte Klahr. Gelungene Projekte wie die erste Schulseelsorgerin in Pewsum oder die Arbeit in zahlreichen Jugendgruppen hätten ihn beeindruckt. Entsetzt sei er jedoch über die steigende Zahl von Jugendlichen, die sich Wochenende für Wochenende bis zur Besinnungslosigkeit betrinken.

Im kommenden Jahr stehe das Thema "Arbeitswelt und Tourismus" auf seinem Programm. Viele Menschen in der Region lebten vom Tourismus. Auch die Kirche sei mit ihren Angeboten für die Urlauber, etwa mit dem Projekt "Kirche unterwegs" auf den Zeltplätzen, nicht mehr wegzudenken. Im Jahr 2010 wolle er sich besonders auf die Landwirtschaft konzentrieren.

Mit Blick auf die benachbarte Evangelisch-reformierte Kirche warb Klahr für eine engere Zusammenarbeit der protestantischen Kirchen in Ostfriesland. Das Calvinjahr 2009 könne der Auftakt zum Reformationsjubiläum im Jahr 2017 sein. Dann erinnerten die evangelischen Kirchen an Martin Luther, der 500 Jahre zuvor seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg geschlagen haben soll und damit die Reformation einläutete. "Das sollten wir zusammen feiern", sagte der Regionalbischof.

Zum Sprengel Ostfriesland gehören rund 335.500 lutherische Christen in 159 Kirchengemeinden. Er gehört zu den sechs Bezirken der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Der Sprengel grenzt im Westen an die Niederlande und im Osten an das Oldenburger Land. Im Norden gehören die ostfriesischen Inseln ohne Wangerooge zum Sprengel. Im Süden erstreckt er sich bis ins Emsland und die Grafschaft Bentheim.

Internet: www.sprengel-ostfriesland.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b2545/12.09.08)
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